Geleaktes Dokument – Bekam Djokovic falsche Infos vom Verband?
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Geleaktes DokumentBekam Djokovic falsche Infos vom Verband?

Neue Enthüllungen werfen ein schlechtes Licht auf die Veranstalter der Australian Open, die Spielern eine Anleitung zur Umgehung der Impfpflicht geliefert haben sollen.

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Der Fall Novak Djokovic sorgt für große Schlagzeilen.

Der Fall Novak Djokovic sorgt für große Schlagzeilen.

REUTERS
Der serbische Tennis-Superstar kann derzeit nicht in Australien einreisen. (Archivbild)

Der serbische Tennis-Superstar kann derzeit nicht in Australien einreisen. (Archivbild)

imago/Imaginechina
Ob der Serbe doch noch nach Australien einreisen darf, entscheidet sich am Montag.

Ob der Serbe doch noch nach Australien einreisen darf, entscheidet sich am Montag.

AFP

Die Causa Djokovic bewegt die Tennis-Welt seit Tagen. Nun sorgt ein geleaktes Dokument höchster Brisanz des australischen Tennisverbandes für Aufsehen. Daraus geht hervor, dass der Verband Spielern und Spielerinnen mit einem Schreiben praktisch eine Anleitung dafür geliefert habe, wie sie vorgehen müssen, um von der in Down Under geltenden Impfpflicht befreit zu werden und damit am Australian Open antreten zu können.

Wie «The Herald Sun und «Code Sports Australia» berichten, habe der australische Tennisverband bereits im letzten Dezember ein Schreiben an die ATP geschickt, indem ungeimpfte Profis detailliert dazu angeleitet wurden, wie sie trotzdem nach Australien einreisen dürfen. Nämlich dann, wenn sie in den letzten sechs Monaten an Corona erkrankt waren.

Tennis Australia dementiert Vorwürfe

Aber: Der australische Verband soll zuvor bereits im November von Australiens Gesundheitsminister Greg Hunt darüber informiert worden sein, dass eine solche Infektion nicht ausreichen würde für eine Ausnahmegenehmigung. Trotzdem soll der Verband das Informationsschreiben im Dezember mit der lückenhaften Auskunft an die Spieler verschickt haben.

Die Veranstalter dementierten das Ganze am Freitagabend aber umgehend. In einer Stellungnahme schreiben die Organisatoren: «Wir haben den Spielern immer klar mitgeteilt, dass die Impfung die beste Lösung sei – nicht nur, weil es das Richtige ist, um sich und andere zu schützen, sondern auch, um sicher zu stellen, dass die Einreise reibungslos verläuft. Den Vorwurf, dass wir die Spieler wissentlich in die Irre geführt haben, weisen wir scharf zurück.»

Tschechische Spielerin ebenfalls isoliert

Trotz dem Dementi werfen die Vorwürfe ein schlechtes Licht auf die Chefetage des Turniers rund um Direktor Craig Tailey. Am Freitag wurde bekannt, dass die Tschechin Renata Voracova offenbar ebenfalls von der Impfpflicht befreit wurde, allerdings erst nicht von der Grenzkontrolle gestoppt und erst später in das selbe Quarantäne-Hotel wie Djokovic verfrachtet wurde.

Wie der serbische Superstar reiste wohl auch die Tschechin in der Annahme nach Down Under, alle Voraussetzungen zu erfüllen, um die Einreisebestimmungen zu erfüllen. Wie es mit den Beiden weitergeht, wird sich zeigen. Für Djokovic ist die Gerichtsverhandlung über seinen definitiven Einreisebescheid am Montag angesetzt.

(L'essentiel/Florian Gnägi)

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