Karneval in Köln – Belgische Reporterin live auf Sendung belästigt

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Karneval in KölnBelgische Reporterin live auf Sendung belästigt

Bei einer Live-Schaltung vom Kölner Karneval ist eine belgische Journalistin von Männern begrapscht worden. Ein 17-Jähriger stellte sich – in Begleitung seiner Mutter.

Die belgische Reporterin Esmeralda Labye berichtete für den Sender RTBF vom Kölner Karneval. Als sie am Altweiberdonnerstag in einer Live-Sendung zugeschalten wird, kommt es vor laufender Kamera zu einem Zwischenfall. Hinter der 42-Jährigen taucht ein Mann auf und macht obszöne Gesten. Später soll sie von mehreren Karneval-Besuchern angebaggert und an der Brust berührt worden sein.

Der deutschsprachigen belgischen Tageszeitung Grenzecho beschrieb Labye die Situation. Als sie um 13.14 Uhr auf Sendung ging, habe sie gemerkt, wie sie jemand auf den Nacken küsste. Sie habe aber mit der Moderation weitergemacht. Gegen Ende der Schaltung habe ihr ein junger Mann ins Ohr gesungen: «Voulez-vous coucher avec moi ce soir?». Sie merkte zudem, wie jemand hinter ihr obszöne Bewegungen machte. «Danach spürte ich wie mich jemand an den Schultern anfasste», sagte die Reporterin.

Anzeige erstattet

Daraufhin habe sie die Liveübertragung beendet. «In dem Moment, in dem der Moderator sich verabschiedete, berührte mich einer der Männer an der Brust. Daraufhin verlor ich die Fassung. Da ich wusste, dass die Liveübertragung vorbei war, drehte ich mich zu den Männern um und sagte zu ihnen auf Englisch: Das macht ihr nicht ein zweites Mal! Fasst mich nicht an, fasst mich nicht an.» Die Männer hätten daraufhin den Ort verlassen.

Das Erlebnis sei «schockierend» gewesen, doch ihr gehe es gut, sagte sie dem Kölner Express. Nach dem Vorfall erstattete Labye Anzeige. «Es ist alles in Ordnung. Ich vertraue der Polizei, die sehr freundlich und hilfsbereit war», sagt sie.

Jugendlicher stellt sich

Nach Angaben der deutschen Nachrichtenagentur dpa hat sich am Samstagmorgen ein 17-Jähriger bei der Polizei gestellt. Der junge Mann, der in Begleitung seiner Mutter auf dem Wachposten erschien, gab an, sich auf dem Video erkannt zu haben. Er bestreitet aber, dass er in sexuell motivierter Absicht gehandelt habe. Laut der Polizei werden seine Angaben nun überprüft.

(L'essentiel/dia)

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