Luxemburg: Benelux möchte bezogen auf Energie und Mobilität besser kooperieren

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LuxemburgBenelux möchte bezogen auf Energie und Mobilität besser kooperieren

BURGLINSTER – Die Premierminister von Luxemburg, den Niederlanden und Belgien betonten auf einem Benelux-Gipfel ihre gemeinsamen Interessen bezüglich der Herausforderungen der Gegenwart.

von
Joseph Gaulier
Editpress

«Die Covid-Krise hat gezeigt, dass es wichtig ist, gut mit seinen Nachbarn zusammenzuarbeiten und Solidarität mit ihnen zu zeigen», sagte Premierminister Xavier Bettel (DP) auf dem Benelux-Gipfel am Montag in Burglinster. «Während einer Krise ist es wichtig, einander gegenüber offen zu sein und sich auszutauschen.»

Die Staats- und Regierungschefs sprachen viel über die Industrie- und Energiestrategie, wobei der Niederländer Mark Rutte eine gemeinsame Reaktion auf den «Inflation reduction act» der USA forderte, selbst wenn er dafür eine Dosis Protektionismus in Kauf nehmen müsse. Auch wenn er das amerikanische Modell nicht zu schnell kopieren wolle, da man die europäischen Interessen verteidigen müsse, ohne naiv zu sein. «Es braucht Diskussionen über die Attraktivität unserer Regionen, denn Europa muss eine Perspektive für die Attraktivität von Industrieunternehmen haben», betonte Xavier Bettel. «Wir sind ein ganz kleines bisschen Konkurrenten, aber vor allem ergänzen wir uns», so sein belgischer Amtskollege Alexander De Croo. Er erinnerte auch daran, dass die Volkswirtschaften der EU sehr offen seien und dass es unvernünftig wäre, das Ende der Globalisierung zu verkünden.

Die Großregion wird mit einbezogen

Der belgische Regierungschef sprach auch über die Mobilität und versicherte, dass die Investitionspläne, was die Bahnverbindungen zwischen seinem Land und Luxemburg betrifft, konkreter werden. Nachdem er auf die sehr langen Fahrzeiten zwischen Luxemburg und Brüssel hingewiesen und die meisten Zwischenbahnhöfe aufgelistet hatte, bedauerte Xavier Bettel, dass sich sein Land im Bermudadreieck des internationalen Netzes befände.

Alle betonten die Notwendigkeit einer gemeinsamen Antwort auf den Krieg in der Ukraine. «Er lässt uns darüber nachdenken, wie wir zusammenarbeiten», sagte Alexander De Croo, der für umfassende militärische Unterstützung plädierte. Sein niederländischer Amtskollege Mark Rutte forderte eine Zusammenarbeit, um die Kontrolle über die Migrationsströme wiederzuerlangen.

Der Benelux-Gipfel wurde auf die Großregion ausgeweitet, da auch Jean Rottner, Präsident der Region Grand-Est, und Hendrik Wüst, Landesvorsitzender von Nordrhein-Westfalen, eingeladen waren. «Wir befinden uns in einem ganz besonderen Gebiet mit einigen der größten europäischen Institutionen», betonte der Franzose und rief dazu auf, gemeinsame Strategien zu verfolgen. Der Deutsche Politiker forderte eine größere Offenheit: «Die Reflexe, die Grenzen zu schließen, sind immer noch da, obwohl man das Gegenteil tun muss», sagte er, um den allgemeinen Ton der Debatte zu unterstreichen.

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