Luxemburg: Benimmkatalog soll Probleme am Obersauer Stausee lösen

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LuxemburgBenimmkatalog soll Probleme am Obersauer Stausee lösen

LULTZHAUSEN – Für Erholung und Freizeit ist der Obersauer Stausee die erste Adresse in Luxemburg. Doch der große Andrang, Falschparker und der hinterlassene Müll stellen Gemeinden und Naturpark vor große Probleme.

von
Chana Schuchat
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Benimm-Regeln am Obersauer Stausee
Benimm-Regeln am Obersauer Stausee

Für Erholung und Freizeit ist der Obersauer Stausee die erste Adresse in Luxemburg.

Caroline Martin/ Naturpark
Benimm-Regeln am Obersauer Stausee
Benimm-Regeln am Obersauer Stausee

Doch der große Andrang, Falschparker und liegen gelassener Müll stellen Gemeinden und Naturpark vor große Probleme.

Chana Schuchat/L'essentiel
Benimm-Regeln am Obersauer Stausee
Benimm-Regeln am Obersauer Stausee

Damit jeder die Ruhe und Entspannung finden kann, die er sucht, gibt der Obersauer Naturpark Besuchern auch einen kleinen Benimmkatalog mit auf den Weg.

Yves Krippel/ Naturpark

Die Bedeutung des Obersauer Stausee ist bekannt. Er ist im Großherzogtum nicht nur wichtigste Trinkwasser-Quelle, sondern ist für Luxemburger erste Anlaufstelle, wenn sie nach Erholung und Freizeitspaß suchen. Doch der große Andrang, der vor allem in den Sommermonaten enorm ist, stellt Gemeinden, Regierung und Naturparkleitung vor große Probleme.

Störender Autoverkehr in den Gemeinden und rund um den Stausee, Falschparker, die wichtige Wege versperren sowie unliebsame Hinterlassenschaften der Besucher, die ihren Müll entweder gar nicht oder nicht richtig entsorgen. Um all diesen Problemen entgegen zu wirken, haben Ministerium, Gemeinden und Naturparkleitung am Donnerstag ein Konzept vorgestellt, damit der Besuch in der Obersauer Idylle allen wieder Spaß macht.

Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit und der Schonung von Ressourcen, wurde ein Konzept ausgearbeitet, das Natur und Mensch bestmöglich schützen soll. Demnach wird weiterhin an der Verbesserung der Busverbindungen gearbeitet. Denn eine Anreise ohne Auto ist mehr als nur erwünscht. Ergänzend zum Stausee-Shuttle sollen außerdem sogenannte Plage-Shuttles den Weg zu den begehrten Stränden des Stausees erleichtern. So kann man sich gleichzeitig die teure Parkgebühr (3 Euro pro Stunde) an den Stränden sparen und etwas für Umwelt und Gemeinde tun.

950 kostenfreie Parkplätze

Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit mit dem Bus zu kommen. Autofahrer sind nicht gänzlich wegzudenken aus dem Stauseer Idyll. Offenbar bieten die vorhanden Parkplätze nicht genug Platz, weshalb gerade an Wochenenden vermehrt falsch geparkt wird. Aus diesem Grund weist der Naturpark auf die rund 950 kostenfreie Parkplätze «Am Kéilert» und «Kräizfeld» hin.

Auch den Müllbergen, die von Stausee Besuchern hinterlassen werden, geht es an den Kragen. Neu installierte Mülleimer und Container sollen dazu anregen, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Mit der Einführung von Grillzonen und mehreren massiv gebauten Grills möchte man Einweggrills verbannen. Damit wird nicht nur Müll gespart – auch die einladenden Liegewiesen profitierten vom Verzicht auf Einweggrills.

Benimmkatalog für den Aufenthalt am Stausee

Damit jeder die Ruhe und Entspannung finden kann, die er sucht, gibt der Obersauer Naturpark Besuchern auch einen kleinen Benimmkatalog mit auf den Weg: So wird daran erinnert, dass das Abspielen lauter Musik um den ganzen Stausee untersagt ist. Weil es in der Vergangenheit für viel Ärger gesorgt hat, sind auch Hunde auf den Liegewiesen rund um den Stausee verboten. Auch auf das ordnungsgemäße Entsorgen von Müll und dem Parken auf vorgesehen Parkplätze wird explizit hingewiesen.

Auf dem ersten Blick mag das streng erscheinen, doch nur so kann die Natur geschützt werden der Frieden zwischen Besuchern und Bewohnen gewahrt werden. Ein Ranger Team soll in den Sommermonaten für Rat und Tat zur Verfügung stehen. Sie sollen Information an Besucher vermitteln, helfen und gegebenenfalls auf Fehlverhalten aufmerksam machen. Auf Liegewiesen sollen dann auch mobile Info-Teams für interessante Fakten rund um den Stausee sorgen.

Ein Projekt das nicht in Vergessenheit geraten ist: die Umsetzung des Rettungspunktesystems. Konkret heißt das, dass die Gemeinden «durch eine individuelle Kennung auf Schildern an stark frequentierten Wegen oder Wegkreuzungen das Auffinden eines Hilfesuchenden» erleichtern und beschleunigen möchten, wie es in einer Pressemittelung heißt. Die Stauseegemeinde wurde dafür schon ausgestattet, die Gemeinden Wiltz und Boulaide ziehen nach.

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