In Frankreich: Berüchtigter Tankstellenbetrüger schlägt wieder zu
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In FrankreichBerüchtigter Tankstellenbetrüger schlägt wieder zu

Ein Trickbetrüger aus Großbritannien, der in der Vergangenheit schon mehrmals in Luxemburg aktiv war, hat nun zwei Urlauber aus Deutschland um 300 Euro gebracht.

«John Kelly» hat ein Paar aus Deutschland um 300 Euro erleichtert.

«John Kelly» hat ein Paar aus Deutschland um 300 Euro erleichtert.

L'essentiel

Ein altbekannter Trickbetrüger, der auch schon einige Male in Luxemburg unterwegs war, ist offenbar noch immer auf freiem Fuß – und treibt weiterhin sein Unwesen. Seine Masche: Er nutzt das Mitleid seiner Opfer aus. Am Mittwoch traf es gegen 13 Uhr Laura O., die gerade mit ihrem Freund auf dem Rückweg aus Spanien nach Nordrhein-Westfalen unterwegs war. An einer Raststätte kurz vor Montpellier wurde das Pärchen von «John Kelly», wie er sich diesmal nannte, angesprochen.

Er sei ebenfalls in Spanien gewesen, habe aber seine Reisetasche mitsamt seinem Geld und seiner Bankkarte gestohlen bekommen. «Als er auf uns zugekommen ist, hatte er zwei Jungs dabei, etwa sieben und zwölf Jahre alt. Er war gut gekleidet und höflich. Wir haben uns sicher gefühlt», berichtet Laura O.. «John Kelly» gaukelte dem Paar aus Deutschland eine Notlage vor: Ohne Geld könnten sie nicht den Zug durch den Eurotunnel zurück nach England nehmen. Den Verlust seiner Tasche hätte er zwar in einem französischen Fundbüro angegeben, aber nicht der Polizei gemeldet.

«Da wusste ich, dass wir das Geld nicht mehr sehen»

«Deshalb waren wir zunächst auch skeptisch. In dem Moment haben nämlich gerade auch Polizisten getankt. Dann hat er uns aber seinen Namen und seine Adresse via Whatsapp geschickt. Wir durften auch ihn und das Kennzeichen seines Autos fotografieren. Außerdem hat er uns versprochen, dass er uns das Geld überweisen wird. Uns wurde erst später klar, dass die Angaben nicht korrekt waren», sagt die junge Frau.

Weil sie die verlangten 300 Euro nicht in bar dabei hatte, erklärte sie, das Geld an einem Automaten abheben zu wollen. «Er wusste sofort, wo der nächste Automat ist. Als wir ihm das Geld übergeben hatten, steig er sofort in sein Auto und fuhr ohne uns eines Blickes zu würdigen davon. Da wusste ich, dass wir das Geld nicht mehr sehen», klagt die Studentin.

Das Paar ist damit bereits bei der Polizei in seiner Heimatstadt in Nordrhein-Westfalen vorstellig geworden. Dort machte sich bei Laura O. aber schnell Ernüchterung breit: «Man hat uns zwar mitgeteilt, dass die Sache der Staatsanwaltschaft übergeben wird, aber auch, dass sie nicht an die französische Justiz gehen wird, weil der finanzielle Schaden zu klein sei.»

(sw/L'essentiel)

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