Gesundheitsleistungen: Schnellere CNS-Rückerstattungen? In Luxemburg bleibt es träge

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GesundheitsleistungenSchnellere CNS-Rückerstattungen? In Luxemburg bleibt es träge

LUXEMBURG – Verschwindend wenige Ärzte nutzen das System der beschleunigten Erstattung. So dauert es noch immer lange, bis die Versicherten die Kosten von der CNS erstattet bekommen.

von
Thomas Holzer
Luxemburgs Mediziner nutzen das System der beschleunigten Erstattung nicht ausreichend.

Luxemburgs Mediziner nutzen das System der beschleunigten Erstattung nicht ausreichend.

Die schnelle Erstattung von Gesundheitsausgaben ist in Luxemburg noch nicht in Sicht. Laut einer Antwort des Ministers für soziale Sicherheit, Claude Haagen (LSAP), auf eine parlamentarische Frage kommt das System der beschleunigten Erstattung nur schwer in Gang: Zwischen dem 23. September 2021 und dem 31. Mai 2022 seien nur 0,11 Prozent der Anträge auf 100 Prozent digitale Erstattung an die Gesundheitskasse CNS gerichtet worden.

Das System, das im Oktober letzten Jahres eingeführt wurde, soll eigentlich die Bearbeitung erleichtern und letztlich die Erstattung von Gesundheitsleistungen beschleunigen. «Ärzte müssen sich auf einer eigens dafür vorgesehenen Plattform registrieren. Die Arztrechnungen können dann mit einem QR-Code versehen werden, der, wenn er gescannt wird, die Rechnung an die CNS weiterleitet», griff die DP-Abgeordnete Carole Hartmann in ihrer Frage den Vorgang auf.

Bis zu sechs Wochen Wartezeit

«Zum jetzigen Zeitpunkt müssen die Gründe für die geringe Anzahl von Ärzten, die an dem System teilnehmen, eingehend analysiert und die eventuell noch bestehenden Hindernisse beseitigt werden. Diese Analyse wird derzeit durchgeführt», so Haagen. Um die Ärzte zu überzeugen, werde als Anreiz die vierteljährliche Vergütung der digitalen Kosten angehoben, so der Minister weiter.

Im ersten Quartal 2022 nutzten nur 39 Ärzte und Zahnärzte das System der beschleunigten Erstattung. Daher sei die Zeit, bis zu der Versicherte in den Genuss der Erstattung ihrer Behandlung kommen, nach wie vor hoch. Nach Angaben des sozialistischen Ministers dauert es bis zu sechs Wochen, bis die Honorarnoten und Rechnungen bearbeitet werden.

Einwohner mit geringem Einkommen sind von den Wartezeiten übrigens nicht betroffen. 2013 wurde ein Drittzahlersystem eingeführt, das es Personen mit niedrigem Einkommen ermöglichen soll, die Kosten für Gesundheitsausgaben nicht vorstrecken zu müssen.

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