In Luxemburg – Bessere Sprachförderung in Kindertagesstätten
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In LuxemburgBessere Sprachförderung in Kindertagesstätten

LUXEMBURG –Ab September 2017 investiert die Regierung 80,8 Millionen Euro zusätzlich in das Gutschein-System für Kinderbetreuung.

Kindersollen ab 2017 eine bessere Frühförderung erhalten.

Kindersollen ab 2017 eine bessere Frühförderung erhalten.

Editpress/Isabella Finzi

Kinderkrippen sollen nicht nur dazu da sein, den Nachwuchs zu behüten, sondern ihn auch im sprachlichen Bereich fördern. So lautet das erklärte Ziel von Bildungsminister Claude Meisch (DP). Da Luxemburg ein Land mit drei Amtssprachen ist, hat das Bildungsministerium beschlossen, dass es wichtig sei, bereits früh mit der Sprachförderung zu beginnen. «Kinder im Alter von null bis vier Jahren haben in diesem Zeitfenster ein enormes Potential, sie lernen Sprachen mit Freude, Neugier und Leichtigkeit», sagt Meisch.

Deshalb investiert Luxemburg ab dem nächsten Jahr rund 80,8 Millionen Euro zusätzlich in das Gutschein-System für Kinderbetreuung («Chèque-Service»). Dieses System soll soziale Ungleichheiten unter Kindern verhindern. Im vergangenen Jahr hat der Staat für den «Chèque-Service» rund 300 Millionen Euro ausgegeben.

Gültig ab September 2017

Von den zusätzlichen Investitionen soll nun jedes Kind zwischen einem und vier Jahren 20 Stunden kostenlose Betreuung in der Kita erhalten, Sprößlinge sozial schwacher Familien entsprechend mehr. Verdient eine Familie, die ihr Kind in einer solchen Kita unterbringen möchte, zwei Mal weniger als den sozialen Mindestlohn, erhält sie bis zu 13 Gratisstunden zusätzlich. Bei Haushalten, die zwei bis drei Mal weniger als den Mindestlohn verdienen, geht die Zahl auf acht Stunden. Babys bis zu einem Jahr bekommen eine Flatrate, die auf 200 Euro pro Woche begrenzt ist. Im Falle eines gemeinsamen Sorgerechts werden die Einkommen beider Elternteile berücksichtigt.

Die neuen Richtlinien des «Chèque-Service» greifen ab September 2017. Das Bildungsministerium geht davon aus, dass dadurch 10 Prozent der Krippen-Kinder profitieren.

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