Üble Masche – Betrüger sucht sich seine Opfer jetzt in Luxemburg
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Üble MascheBetrüger sucht sich seine Opfer jetzt in Luxemburg

LUXEMBURG - Seit Monaten zockt ein Mann mit einer perfiden Masche Autofahrer in der Schweiz und Süd-Deutschland ab. Nun ist Luxemburg sein neues Lieblingsziel.

Seine Masche ist so perfide wie erfolgreich. Ein Mann, der sich seinen Opfern wahlweise als John Moloney oder Peter Mc Elroy aus Irland vorstellt, treibt seit Monaten in der Schweiz und Süd-Deutschland sein Unwesen. Dutzende Autofahrer erleichterte er um teilweise mehrere hundert Euro. Vergangene Woche wurde er erstmals in Luxemburg gesichtet – und schlug wieder zu. Die Police Grand-Ducale ermittelt.

Auf seiner Diebestour tischt der Ire seinen Opfern meist die selbe Geschichte auf. Er gibt sich als Mitarbeiter eines Automobilherstellers aus und erklärt, dass er und sein Sohn ausgeraubt worden seien und Geld für die Heimfahrt nach Irland, genauer gesagt für die Fähre in Calais (Frankreich), bräuchten. Der Mann zeigt seinen Gesprächspartnern oft einen irischen Führerschein, gibt ihnen eine Visitenkarte seines angeblichen Arbeitgebers und trägt ein T-Shirt oder eine Weste des jeweiligen Automobilherstellers. Um seine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen, lässt er die Opfern sogar Fotos seines Ausweises, seines Führerscheins oder seines Autos (Toyota Avensis) machen. Einem Opfer gestattet er sogar, ein Selfie mit ihm zu schießen (siehe Bildstrecke).

«Seine Geschichte klang so echt»

Die Opfer, die der Betrüger zurücklässt, sind schockiert ob seiner Kaltschnäuzigkeit. «Er hatte Tränen in den Augen und beteuerte, wie peinlich ihm das Ganze sei. Seine Geschichte klang so echt», berichtet ein Opfer. Ein anderes erzählt: «Er hatte mich und meine Tochter umarmt und uns versprochen, dass er uns zu sich nach Irland einladen würde.» Und ein Dritter: «Was mich am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass dieser Halunke mit seinem Sohn auf Mitleidstour ist und die Hilfsbereitschaft gutgläubiger Menschen ausnutzt.»

So erging es auch einer Deutschen, die am vergangenen Sonntag auf der Aire de Berchem von «John Moloney» angesprochen wurde. Wieder gab er sich als VW-Mitarbeiter aus – und wieder hatte er Erfolg. «Ich habe nun Anzeige erstattet. Aber das Geld werden wir wohl nie mehr sehen», so die Frau. Auf Anfrage von L'essentiel bestätigt die Police Grand-Ducale den Eingang der Anzeige. Bereits in den Tagen zuvor habe es mehrere Betrugsfälle gegeben – sowohl in Berchem, als auch in Windhof und auf dem Parkplatz des Ikeas in Arlon-Sterpenich. Ob es sich jedes Mal um den selben Mann handele, könne bislang nicht mit Gewissheit gesagt werden, erklärt Polizeisprecherin Carine Merens.

Wurden auch Sie auch vom falschen VW-, Toyota- oder Honda-Mitarbeiter angesprochen? Melden Sie sich per E-Mail an web@lessentiel.lu und geben Sie uns am Besten auch Ihre Telefonnummer an. Alle Informationen werden auf Ihren Wunsch hin anonym behandelt.

(pw/kün/L'essentiel)

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