Premierminister – Bettel boykottiert Essen in Israels Botschaft

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PremierministerBettel boykottiert Essen in Israels Botschaft

LUXEMBURG – Xavier Bettel protestierte mit seinem Fernbleiben gegen die Haltung des israelischen Bildungsministers. Dieser befürwortet die sogenannte Konversionstherapie.

Xavier Bettel hat ein offizielles Abendessen in der israelischen Botschaft Luxemburgs und Belgiens boykottiert.

Xavier Bettel hat ein offizielles Abendessen in der israelischen Botschaft Luxemburgs und Belgiens boykottiert.

AFP/Bertrand Guay

Am Montag ereignete sich während des Abschiedsessens zu Ehren von Simona Frankel, der israelischen Botschafterin in Belgien und Luxemburg, ein kleiner diplomatischer Zwischenfall. Mehrere israelische Medien berichten, dass Xavier Bettel sich geweigert hat, an dem Abend teilzunehmen. Der luxemburgische Premier habe so seinen Protest gegen die Politik des israelischen Bildungsministers zum Ausdruck gebracht. Dieser befürworte die sogenannte Konversionstherapie, die darauf abzielt, Schwule und Lesben von ihrer sexuellen Orientierung zu «heilen».

Bettel habe sich bei der Botschafterin persönlich entschuldigt, da er sie persönlich respektiere. Gleichzeitig habe er aber mitgeteilt, dass er an keinen offiziellen israelischen Veranstaltungen teilnehmen werde, solange sich ein Minister des Landes für solche Praktiken ausspricht.

« Inakzeptable Bemerkungen »

Rafi Peretz, Israels Bildungsminister, hat kürzlich in seinem Land eine Kontroverse ausgelöst, indem er in einem Fernsehinterview erklärte, dass er diese Behandlung von Studenten empfohlen habe und erklärte, dass er darin eine die Möglichkeit sieht, homosexueller Neigungen zu ändern.

Eine Position, die der israelische Premierminister nicht teilt: «Die Bemerkungen des Bildungsministers über Homosexuelle sind für mich inakzeptabel und spiegeln nicht die Position der von mir geführten Regierung wider», teilte Benjamin Netanyahu in einer Erklärung mit.

Am 27. Februar hat Xavier Bettel auf einem Gipfeltreffen der EU und der Arabischen Liga in Sharm el-Sheikh (Ägypten) die Vertreter aus dem Nahen Osten mit seiner Homosexualität konfrontiert. In der ägyptischen Stadt Scharm el-Scheich betonte er in Anwesenheit mehrerer Regierungschefs, dass er mit einem Mann verheiratet sei. Bettel erinnerte daran, dass darauf in manchen Staaten, von denen auch Vertreter vor Ort waren, die Todesstrafe steht.

(pp/L'essentiel)

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