Live-Pressekonferenz – Bettel kündigt strengere Regeln ab 25. Dezember an
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Live-PressekonferenzBettel kündigt strengere Regeln ab 25. Dezember an

LUXEMBURG – Ob in Schulen, in der Gastronomie oder bei privaten Treffen: Xavier Bettel und Paulette Lenert haben wegen der Omikron-Variante strengere Maßnahmen angekündigt.

20211129, Luxembourg, 2 rue de la Congrégation, Hôtel Saint-Augustin, Briefing presse sur les travaux du Conseil de Gouvernement, Paulette Lenert (ministre de la Santé), Xavier Bettel (Premier ministre), Foto: Editpress/Julien Garroy

20211129, Luxembourg, 2 rue de la Congrégation, Hôtel Saint-Augustin, Briefing presse sur les travaux du Conseil de Gouvernement, Paulette Lenert (ministre de la Santé), Xavier Bettel (Premier ministre), Foto: Editpress/Julien Garroy

Julien Garroy

Die Corona-Situation in Europa ist angespannt, viele Länder verschärfen ihre Regeln über Weihnachten und Silvester. Welche Regeln kommen nach dem Regierungsrat am gestrigen Dienstag auf Luxemburg zu? Premierminister Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert haben am Vormittag auf einer Pressekonferenz über die geplanten Maßnahmen informiert.

«Wir wollen keine Zeit verlieren und die Verbreitung von Omikron so gering wie möglich halten», erklärt Bettel die kurzfristige Änderung des Covid-Gesetzes. Nach neuesten Informationen verbreite sich die Variante zehn Mal schneller als ihr Vorgänger Delta, wodurch sich die Infektionszahlen alle zwei bis drei Tage verdoppelten. Zwar gibt es laut Lenert bisher erst fünf bestätigte Omikron-Fälle im Großherzogtum, doch habe allein Delta schon für 40 Prozent mehr Infektionen gesorgt, als die Varianten zuvor. Doch genaue Informationen, wie gefährlich Omikron wirklich ist, fehlten noch.

«Gerade, weil wir es nicht wissen, ist es wichtig, dass wir vorsichtig sind», so der Premier. Denn auch wenn die Annahme, der Verlauf könnte weniger schlimm sein, tatsächlich zutreffe: «Es werden sich mehr infizieren.» Das Bild, das er zeichnet, ist düster. «Alle Ärzte und Pfleger, die in Quarantäne sind, können niemandem helfen. Alle Feuerwehrleute, die krank sind, können kein Feuer löschen.» Um einen plötzlichen, kompletten Lockdown zu verhindern, wolle man in der aktuellen Situation durch neue Maßnahmen bereits antizipieren. Ab kommenden Samstag, 25. Dezember – sofern das Gesetz am Freitag die Zustimmung der Chamber erhält – gelten daher im Großherzogtum folgende Regeln.

Gastronomie

Für Restaurants, Cafés, Clubs und Diskotheken gilt eine Sperrstunde ab 23 Uhr. Außerdem wird das bisherige 2G-System auf 2G-Plus verschärft. Geimpfte und Genesene brauchen also zusätzlich eine Booster-Impfung oder einen Test.

Freizeitbereich

Bis zehn Personen gibt es keine Regeln. Ab zehn Personen gilt die 2G-Regel, Ungeimpfte dürfen also nicht teilnehmen. Ab 20 Teilnehmern gilt 2G-Plus, Geboosterte brauchen jedoch keinen Test.

Großveranstaltungen

Veranstaltungen mit mehr als 200 Personen können nur mit genehmigtem Hygienekonzept durchgeführt werden.

Schule

Nach den Weihnachtsferien müssen Schüler und Lehrer wieder eine Maske tragen.

Impfungen

Alle Kinder zwischen fünf und elf können sich gegen Corona impfen lassen.

Um den erhöhten Bedarf an Tests durch die neuen Maßnahmen decken zu können, hat die Regierung laut Bettel 7,5 Millionen Schnelltests beschafft. Außerdem setzen der Premier und die Gesundheitsministerin auf verantwortungsvolles Verhalten der Bevölkerung. «Wir haben uns Omikron so kurz vor den Feiertagen nicht ausgesucht», so Bettel, daher sei es wichtig gerade jetzt nicht notwendige Kontakte zu meiden und auf sich und andere zu achten. Lenert nennt für Letzteres drei Prioritäten: Risikopersonen sollen durch Abstand, Maske und Schnelltests besonders geschützt werden, für Ungeimpfte und Genesene sei eine erste Impfdosis unerlässlich und durch Omikron habe die Bedeutung des Boosters für alle Geimpften enorm zugenommen.

«Ohne Impfung hätten wir eine katastrophale Situation», sagt sie und ermutigt: «Es ist nicht alles negativ. Wenn die Impfung frisch ist, ist der Impfschutz bei etwa 70 Prozent. Das ist laut Experten ein recht guter Schutz. Wir müssen weiter an dieser Front arbeiten.» Eine mögliche Impfpflicht – partiell oder allgemein – soll im neuen Jahr diskutiert werden.

(mei/L'essentiel)

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