Rede zum Nationalfeiertag: Bettel schwört Luxemburger mit stolzen Worten ein
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Rede zum NationalfeiertagBettel schwört Luxemburger mit stolzen Worten ein

LUXEMBURG – Entschlossenheit, Solidarität und Optimismus: Xavier Bettel hat in seiner Rede vor dem Nationalfeiertag an die Geschlossenheit des Landes in Krisensituationen und Positivität appelliert.

«Morgen können wir zum ersten Mal seit drei Jahren den Nationalfeiertag wieder so feiern, wie wir es gewohnt sind», freute sich der Premierminister in seiner Botschaft zum 23. Juni. Eine Rückkehr zur Normalität, die vor allem Luxemburgs Bevölkerung zu verdanken sei. «Die Solidarität, die Sie in den letzten beiden Jahren gegenüber Ihren Mitmenschen gezeigt haben, hat uns geholfen, das Coronavirus zu besiegen», so Xavier Bettel. Zwar sei das Virus nicht gänzlich verschwunden, Luxemburg sei es als Gesellschaft aber gelungen, die Pandemie so unter Kontrolle zu bringen, «dass wir heute mit dem Virus leben können, ohne eine Überlastung unseres Gesundheitssystems zu riskieren», sagte er. Auch für den kommenden Herbst und Winter sei man gut vorbereitet.

Gerade erst aus Kiew zurück, war ein wesentliches Thema seiner Rede auch der Krieg in der Ukraine. «Mitten in Europa tobt derzeit ein Krieg, der sehr unangenehme Erinnerungen weckt», so Bettel in Anlehnung an den Nationalsozialismus. «Der Krieg in der Ukraine geht uns alle an», sagte er, «nicht nur wegen unserer Geschichte, sondern auch, weil das ukrainische Volk für Werte kämpft, die wir hochhalten und an jedem Nationalfeiertag feiern: Frieden, Freiheit und Unabhängigkeit.»

Staatsministerium

Stolz ist Bettel nach eigener Aussage vor allem «Premierminister eines Landes zu sein, dessen Bürger nicht nur untereinander Solidarität zeigen, sondern auch mit Menschen aus anderen Ländern, die unsere Hilfe brauchen». Vor dem Engagement habe er «tiefsten Respekt», zumal er wisse, dass auch die Bevölkerung Luxemburgs Auswirkungen des Krieges zu spüren bekomme.

Editpress/Julien Garroy

Überzeugt vom Ergebnis der Energie-Tripartite hob Bettel den «Solidaritätsspak» hervor, dessen zugehöriges Gesetz kürzlich mit einer großen Mehrheit in der Chamber angenommen worden ist – unter Protest des OGBL und mit acht Gegenstimmen von den Piraten, déi Lénk und ADR. «Der Frieden in Europa und die Verteidigung unserer Werte haben einen Preis. Aber dieser Preis darf nicht von all jenen gezahlt werden, die schon vor dem Krieg Schwierigkeiten hatten, über die Runden zu kommen», so der Premier.

Editpress/Fabrizio Pizzolante

«Ich bin mir bewusst, dass die letzten Jahre nicht einfach waren», betonte der Premierminister. «Unser Nationalfeiertag ist eine Gelegenheit, uns daran zu erinnern, dass das luxemburgische Volk schon viele schwierige Zeiten gemeistert hat». In Zeiten in denen das Land zusammengehalten habe, sei es gestärkt aus der Krise hervorgegangen. «Lassen Sie uns unsere Zukunft gemeinsam angehen, mit Entschlossenheit, Solidarität und Optimismus.»

Zum «luxemburgischen Erfolgsmodell» trage jeder Einwohner und jeder Grenzgänger bei, dafür dankte Xavier Bettel in seiner Rede. Das Großherzogtum sei ein Land, das Angehörige aller Nationen willkommen heiße, die friedlich zusammenleben und arbeiten, so seine Worte. «Unsere Weltoffenheit bleibt unser größter Trumpf und ist eine der unverzichtbaren Grundlagen für den Fortbestand unseres Landes.»

(mei/mc/L'essentil)

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