Bitcoin: Bewertung der Kryptowährung ist in Luxemburg auf dem Nullpunkt

Publiziert

BitcoinBewertung der Kryptowährung ist in Luxemburg auf dem Nullpunkt

LUXEMBURG – In dem Bestreben, seinen Finanzplatz zu schützen, hat Luxemburg das Tempo bei Kryptowährungen, die ohnehin seit mehreren Monaten einen beispiellosen Rückschlag erleben, verlangsamt.

von
Thomas Holzer
Fabrice Croiseaux glaubt an eine Erholung der Kryptowährungen.

Fabrice Croiseaux glaubt an eine Erholung der Kryptowährungen.

Alamy

Die als Zukunft der internationalen Finanzwelt bezeichneten Kryptowährungen haben in den letzten Monaten einen steilen Absturz erlebt, der unter anderem zum Konkurs der Plattform FTX und zu hohen Verlusten für Krypto-Investoren geführt hat. Luxemburg ist hiervon nicht ausgenommen, auch wenn nach Ansicht von Fabrice Croiseaux, CEO der Firma InTech in Kayl und Spezialist für das Thema, sich die Besitzer im Großherzogtum vor allem in einer Warteposition befinden.

«Die Überzeugten kaufen eher, als dass sie verkaufen», meint der Fachmann, der sich anmaßt, auf eine mögliche Kurserholung zu spekulieren. Was die Auswirkungen des «Kryptowährungswinters» auf die langfristige Etablierung der Blockchain betrifft, so sei alles Ansichtssache. «Ich bin überzeugt, dass Bitcoin oder auch Ethereum hier sind, um zu bleiben. Insbesondere weil sich die Technologie bewährt hat», vertraut er L'essentiel an. «Die Sicherheit der Technologie ist nie in Frage gestellt worden», erklärt er.

Ein entscheidender Faktor für die Zukunft der virtuellen Währungen. Auf institutioneller Ebene ist der Optimismus weniger ausgeprägt. Für das Finanzministerium wurde der Konkurs von FTX als «eine große Veränderung» erlebt. Dennoch ist es noch nicht an der Zeit, Bitcoin zu beerdigen. Im Oktober letzten Jahres erklärte DP-Ministerin Yuriko Backes in einer parlamentarischen Antwort auf die CSV, dass die Regierung weiterhin dafür sorgen würde, dass der gesetzliche Rahmen die Entstehung neuer Technologien fördere, damit der Finanzsektor kontinuierlich Innovationen hervorbringen könne.

Finanzministertin Yuriko Backes erklärte im Oktober, die Regierung würde neue Technologien förderen, damit der Finanzsektor kontinuierlich Innovationen hervorbringen könne.

Finanzministertin Yuriko Backes erklärte im Oktober, die Regierung würde neue Technologien förderen, damit der Finanzsektor kontinuierlich Innovationen hervorbringen könne.

Editpress

Sorgfältig gewählte Worte und ein Ziel, das paradoxerweise die Vorbehalte erklärt, die Luxemburg dem Aufkommen von Kryptowährungen entgegenbringen würde. Der Finanzplatz trägt mehr als 25 Prozent zum BIP des Großherzogtums bei, und die Regierung hat kein Interesse daran, ein System zu fördern, das diese Standards und letztlich auch Arbeitsplätze in Frage stellen könnte. Nur wenige Banken haben sich auf dieses Gebiet gewagt.

«Luxemburg hat das Ziel, einen ‹maintsream › und seriösen Sektor beizubehalten. Kryptowährungen tragen jedoch nicht zu diesem Image bei. Wenn Finanzanlagen in großem Umfang in die Blockchain migriert würden, würde dies für den Investmentfondsteil problematisch werden, und der Nutzen der Transferstelle würde verschwinden», entschlüsselt Fabrice Croiseaux.

Ein wohlüberlegter Konservatismus, der dazu führt, dass das Großherzogtum, das neuen Technologien gegenüber normalerweise sehr aufgeschlossen ist, von seinen Nachbarn überholt wird. «Frankreich ist aktiver und hat sich einen Vorsprung erarbeitet», so der Experte. Eine Wette, die Luxemburg zwangsläufig verlieren wird? Die Handelsplattform Coinbase kündigte Anfang des Monats an, 20 Prozent ihrer Belegschaft abzubauen.

Deine Meinung

3 Kommentare