Luxemburg: Bildungsministerium investiert 60 Millionen Euro in Forschungsprojekte

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LuxemburgBildungsministerium investiert 60 Millionen Euro in Forschungsprojekte

LUXEMBURG/STADT – Bildungsminister Claude Meisch und der nationale Forschungsfond haben am Dienstag mitgeteilt, vier Projekte des «National Centres of Excellence in Research (NCER)» mit jeweils 15 Millionen Euro zu beschussen.

von
Nora Riedel
Insgesamt stehen 60 Millionen Euro für vier neue NCER-Projekte zur Verfügung.

Insgesamt stehen 60 Millionen Euro für vier neue NCER-Projekte zur Verfügung.

L'essentiel/Nora Riedel

Luxemburg möchte sich im Bereich Forschung ganz oben positionieren. Dem Vorhaben von Bildungsminister Claude Meisch können zwei Forschungsprojekte im Rahmen der National Centres of Excellence in Research (NCER) behilflich sein. Mit dem Pilot-Projekt «NCER-PD» zur Parkinson-Erkrankung, das seit seinem Start im Jahr 2015 zu einem international anerkannten Beispiel für beste wissenschaftliche Praxis in seinem Bereich geworden ist, konnte die luxemburgische Forschung bereits gut vorlegen. Der DP-Minister hat sich am heutigen Dienstag mit dem Präsidenten des Fonds National de la Recherche (FNR) Marc Schiltz, der Vorsitzenden des FNR-Verwaltungsrats Martine Reicherts und dem ersten Regierungsrat Romain Martin zusammengesetzt, um einen Einblick in die Finanzierung der NCER-Projekte zu geben.

Im Vorfeld hatte herausgefunden werden müssen, welche Schwerpunkte durch die Forschung im Großherzogtum abgedeckt werden sollen. Die Strategie steht, für die Umsetzung soll der FNR mit zuständig sein. 60 Millionen Euro stehen den neuen NCER-Projekten aus dem 1,75 Milliarden Euro schweren «Forschungstopf» zur Verfügung. Zwei Projekte sind bereits angelaufen, zwei weitere stehen in den Startlöchern. Marc Schiltz erläuterte die Projekte im Rahmen einer Presskonferenz.

Fokussierung auf chronische Erkrankungen

Bei dem Projekt «NCER-Clinnova» geht es, wie auch bei «NCER-PD» um die personalisierte Medizin. Der Fokus soll auf chronisch entzündlichen Erkrankungen liegen, wozu unter anderem Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und rheumatoide Arthritis zählen. Ziel wird es sein, die Kommunikation zwischen den Ärzten und dem behandelnden Personal zu verbessern, indem man ihnen eine «Aide à la décision thérapeutique», also eine therapeutische Entscheidungshilfe zur Verfügung stellt. So soll die richtige Behandlung für den spezifischen Patienten sichergestellt werden. Ähnlich zum Pilotprojekt sollen die Daten in Kohorten, also in Gruppen über einen bestimmten Zeitraum, gesammelt werden. Da die Zahl der Luxemburger Patienten sehr niedrig ist, wird die Forschung auf die französische Region Grand-Est, die deutschen Bundesländer Baden-Württemberg und Saarland, sowie auf die Stadt Basel in der Schweiz ausgeweitet. Das Projekt wird vom Luxembourg Institute of Health (LIH), dem Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB), sowie den Krankenhäusern CHL und Robert-Schuman geleitet.

Das zweite NCER-Projekt wird sich «mit den Grenzen der Digitalisierung befassen, mit Blockchains, Regulation, Compliance und der Informationssicherheit», erklärt Marc Schiltz. Das SnT (Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust) wird in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Jura und Finanzen der Universität Luxemburg ein Data Lake (Datensammlung unterschiedlicher Quellen im Rohformat) für den Finanzsektor aufstellen. In dem Data Lake soll es ermöglicht werden, an Daten zu arbeiten ohne sensible Informationen und Daten raus zu geben, was im Finanzbereich von großer Wichtigkeit ist. «Viele Projekte sind bereits angelaufen, wie beispielsweise mit den Banken BCEE und BGL», fügt der FNR-Präsident hinzu.

Staat soll Kosten nicht allein schultern

Minister Claude Meisch erklärte, dass jedem der vier Projekte jeweils 15 Millionen Euro zur Verfügung stehen werden, die Forschenden jedoch auch angehalten sind, Drittmittel zu beschaffen. Vor allem bei den Projekten mit industrieller Unterstützung sei es üblich, dass die Firmen die Forschung auch finanziell betreuen. «Die öffentlichen Gelder dienen als ‹Seed›-Finanzierung, wenn die Basis steht kann viel drum rum gebaut werden», erklärt der Marc Schiltz abschließend.

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