O'Neill packt aus – Bin-Laden-Killer rechnete mit Selbstmordauftrag

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O'Neill packt ausBin-Laden-Killer rechnete mit Selbstmordauftrag

Er rechnete nicht damit, von seiner Mission, Osama Bin Laden zu töten, zurückzukehren. In einem Doku-Film enthüllt der Navy Seal Robert O’Neill Details der Mission.

In einem zweiteiligen Dokumentarfilm stellt sich der amerikanischen Öffentlichkeit ein Elitesoldat vor, der das Zeug hat, zum Volkshelden zu werden. In der Fox-News-Produktion «Der Mann, der Osama Bin Laden erschoss» erzählt Robert O’Neill erstmals, wie es dazu kam, dass er am 2. Mai 2011 in Pakistan den meistgesuchten Mann der Welt mit drei Kopfschüssen tötete.

Im ersten Teil spricht der 38-jährige Navy Seal vor allem über sich selbst, seine Herkunft und darüber, wie er über seine historische Rolle denkt. «Mir ist heute nicht klar, ob ich das Beste oder das Schlechteste getan habe», sagt O’Neill in dem ausführlichen Interview. Was denn an der Erledigung Bin Ladens schlecht gewesen sei, fragt Filmautor Peter Doocy. O’Neill: «Ich weiß nicht, was passieren wird. Damit lebe ich jeden Tag.»

Sicher hat sich O’Neill mit seiner Teilnahme an dem Dokumentarfilm zum möglichen Ziel von Racheanschlägen gemacht. Doch Furcht scheint er keine zu kennen – die wurde ihm im Training der Navy ausgetrieben.

Aus Liebeskummer ins Militär

Der Osama-Killer fand auf beinahe klassische Weise zur Militärkarriere. Aufgewachsen in der ehemaligen Bergbaustadt Butte in Montana, wusste er nicht, was er nach der High School mit seinem Leben anfangen sollte. Er jobbte bei McDonald’s, spedierte Möbel, grub in einem Bergwerk und lieferte am Schluss Pizzas aus. Als die Beziehung zu einem Mädchen in die Binsen ging, musste er aus der Stadt raus, und das Navy-Rekrutierungsbüro bot ihm einen Weg an.

Um bei der Marine anzukommen, musste O’Neill zuerst richtig schwimmen lernen. Jeden Tag ging er in den Pool eines College, um zu trainieren. Der Dok-Film zeigt dann eindrücklich, wie die Rekruten geschlaucht werden, damit sie – in den Worten Doocys – zu den «Besten der Besten, zur Spitze des Speers» werden. Sie müssen tausend Liegestütze pro Tag machen, mit gefesselten Händen und zusammengebundenen Füssen abtauchen, in der «Höllenwoche» fünfeinhalb Tage nonstop trainieren.

Nach 9/11: «Jetzt gilt's»

Als Wendepunkt bezeichnet der Navy Seal die Terrorangriffe vom 11. September 2001. Lakonisch erzählt O’Neill, was ihm damals durch den Kopf ging: «Okay, ich nehme an, jetzt gilt's. Und: Wir werden dich kriegen.»

In Afghanistan und im Irak war O’Neills Elite-Einheit Team 6 damit beauftragt, nachts gegnerische Anführer zu fangen. Da habe er richtig kämpfen gelernt, sagt er. Im April 2009 war O’Neill dabei, als das Team 6 den von somalischen Piraten entführten Frachtkapitän Richard Phillips in einem Rettungsboot befreite.

Er schrieb seinen Kindern einen Abschiedsbrief

Die Bin-Laden-Mission wird im ersten Teil des Films bloß angetippt. Beim Training kamen O’Neill und seine Team-6-Kameraden bald auf die Idee, dass der Al-Kaida-Boss das Ziel der Aktion sein würde. «Je mehr wir trainierten, desto klarer war uns, dass es sich um eine Selbstmordauftrag handelte», sagt O’Neill. Offenbar hatte keiner im Team 6 damit gerechnet, lebend aus Pakistan zurückzukehren.

Doch die eingeschworene Gruppe besttrainierter Kämpfer war sich der Bedeutung des Auftrags mit Codenamen «Neptun-Speer» bewusst. «Wir wollten gehen», sagt O’Neill. «We wanted it – bad. Denn etwas Besseres existiert nicht.» Nicht einmal seiner Familie durfte er sagen, worum es ging. Er schrieb Abschiedsbriefe an seine Kinder und rief den Vater ein letztes Mal an. Dann, in dunkler Nacht, bestiegen zwei Dutzend Navy Seals in Helikopter und hoben ab, Richtung Abottabad.

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(L'essentiel/sut)

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