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Antrag auf dynamische ZulassungBiontech rüstet sich gegen neue Mutationen

Aktuell bereitet die brasilianische Corona-Variante P1 Sorgen rund um den Globus. Der Biontech-Chef berichtet nun, wie man in Zukunft schneller auf Varianten reagieren möchte.

In einem Interview mit der «Bild»-Zeitung sorgt Biontech Co-Gründer Ugur Sahin für etwas Zuversicht in der Pandemie. Sein Unternehmen stehe im Moment in Kontakt mit den Arzneimittelbehörden in Europa und den USA, um einen neuen Prozess bei der Anpassung der Impfstoffe zuzulassen. Ginge der Plan auf, bräuchten diese keine klinische Studien mehr, um erlaubt zu werden.

Die angepasst Regel könnte enorme Zeitvorteile mit sich bringen. Bisher müssen sich die Behörden weltweit darauf verlassen, dass die Impfstoffe auch gegen neu auftretende Mutationen wirken. Ist dies nicht der Fall, kommt der reguläre Bewilligungsprozess für neue Stoffe ins Rollen. Auch bei einer Notfallzulassung sind dafür klinische Studien notwendig. Und das kann dauern: Die Studien für die Impfstoffe, die zurzeit in der Schweiz und anderswo zugelassen sind, begannen bereits im vergangenen April. Mit dem neuen Verfahren verspricht Sahin nun eine Anpassungszeit von gerade einmal sechs Wochen.

Im Moment laufe eine sogenannte «Blueprint-Studie», die den neuen Prozess prüfen soll. Auf die Ergebnisse muss man sich allerdings noch etwas gedulden: In spätestens fünf Monaten wollen die Behörden entscheiden, ob sie die dynamische Anpassung bei der Covid-19-Impfung von Biontech zulassen oder nicht.

(L'essentiel/Patrick McEvily)

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