Düngemittel-Fabrik – Bis zu 15 Tote bei Explosion in Texas

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Düngemittel-FabrikBis zu 15 Tote bei Explosion in Texas

Eine große Katastrophe in einem kleinem Ort in Texas: Eine Explosion hat in West eine Düngerfabrik zerstört, es gibt bis zu 15 Tote und über 200 Verletzte.

Bei einer gigantischen Explosion in einer Düngemittelfabrik in dem US-Bundesstaat sind bis zu 15 Menschen getötet und mehr als 160 Menschen verletzt worden. Diese Zahlen seien aber nur Schätzungen, da die Rettungsarbeiten noch nicht abgeschlossen seien, erklärte die Polizei am Donnerstag. Die Ursache der Detonation am Abend zuvor war zunächst unklar. Von der Fabrik nahe Waco südlich von Dallas blieb nur eine rauchende Ruine.

Patrick Swanton von der Polizei in Waco sagte am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit), es gebe Schätzungen zufolge zwischen fünf und 15 Tote sowie mehr als 160 Verletzte. Diese würden in Krankenhäusern behandelt. Alles deute darauf hin, dass es sich um einen Industrieunfall handele, sagte Swanton weiter.

Die Explosion ereignete sich am Mittwoch kurz vor 20 Uhr Ortszeit in der Fabrik im kleinen Ort West und war noch in 70 Kilometer Entfernung zu hören. Flammen schoßen in den Nachthimmel, Trümmer und Asche flogen durch die Luft.

Bis zu hundert Häuser sind offenbar beschädigt oder zerstört worden. Die Fenster von Häusern, die über 16 Kilometer entfernt lagen, zerbarsten. Das berichtet CNN.

Die Explosion ereignete sich am Mittwochabend in der Kleinstadt West, 130 Kilometer südlich von Dallas.
Ihr ging offenbar ein Feuer voraus. CNN berichtet, dass es rund eine Stunde vor der Explosion in der Düngefabrik gebrannt habe.

Eindrückliches Video der Explosion:

Helfer bekamen Wucht zu spüren

Gegen 18.30 Uhr war ein Feuer auf dem Werksgelände ausgebrochen. Die bereits angerückten Helfer bekamen die volle Wucht der Detonation zu spüren. Fünf oder sechs Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr seien bereits in der Fabrik gewesen, und einige von ihnen würden nun vermisst, sagte der Bürgermeister der nahen Ortschaft West, Tommy Muska, der selbst der freiwilligen Feuerwehr angehört. Ihm habe die Druckwelle den Helm vom Kopf gerissen und Scheiben in seinem nahen Wohnhaus bersten lassen.

«Wir haben hier eine Menge Leute, die verletzt wurden, und es gibt eine Menge Leute, die morgen nicht mehr da sein werden», sagte Muska. «Wir werden nach allen suchen. Wir werden sicherstellen, dass von jedem der Verbleib geklärt ist. Das ist im Moment das Wichtigste.» Rund um die Fabrik sollen 50 bis 75 Häuser beschädigt worden sein, darunter auch ein Wohngebäude mit 50 Apartments, eine Schule und ein Altenheim mit 133 Bewohnern, das evakuiert wurde.

Wenig gesicherte Informationen

Gesicherte Informationen gab es auch Stunden nach dem Unglück nur wenige. Rettungsfahrzeuge verstopften alle Zufahrten nach West, einem Ort mit nur etwa 2800 Einwohnern.

Al Vanek, ein Stadtrat von West, sagte, die Verletzten des Unglücks würden an etwa einem halben Dutzend verschiedener Stellen behandelt. Luftaufnahmen zeigten, wie Menschen auf einem von Flutlicht erleuchteten Fussballplatz versorgt wurden. Das Firmengelände sei völlig zerstört. Die Auswirkungen der Detonation verglich er mit den Zerstörungen des Bombenanschlags in Oklahoma-City 1995.

Schnitte, Knochenbrüche

Der Chef des Hillcrest Baptist Medical Center in Waco, Glenn A. Robinson, sagte der Zeitung «Waco Herald-Tribune», seine Klinik habe mehr als 100 Opfer behandelt. Darunter seien 14, die wahrscheinlich stationär aufgenommen würden. Die Verletzten hätten Schnitte, Knochenbrüche und andere Wunden durch herumfliegendes Material erlitten. In einem weiteren Krankenhaus in Waco würden noch einmal 30 Leute behandelt, sagte Robinson weiter. Mehrere Verletzte seien in eine Spezialklinik für Brandwunden gebracht worden, zwei Kinder in eine Kinderklinik.

Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, erklärte, man warte noch auf Details. «Wir beobachten die Entwicklung und sammeln Informationen, nach und nach kommen Details dieses Zwischenfalls ans Licht», erklärte Perry. Man habe im Bundesstaat Rettungskräfte mobilisiert, um den Behörden vor Ort zu helfen.

Ein Augenzeuge filmte die gewaltige Explosion:

(L'essentiel Online/hhs/rey/sda)

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