Todesurteil in den USA – Bitte, erschießt mich doch

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Todesurteil in den USABitte, erschießt mich doch

J. W. Ledford sitzt in der Todeszelle. Nun soll er im US-Bundesstaat Georgia hingerichtet werden – aber auf seine Weise.

Ungewöhnliche letzte Bitte: J. W. Ledfords Schicksal ergreift die Öffentlichkeit in Amerika. (16. Mai 2017)

Ungewöhnliche letzte Bitte: J. W. Ledfords Schicksal ergreift die Öffentlichkeit in Amerika. (16. Mai 2017)

Seit 25 Jahren wartet der Gefangene J. W. Ledford auf seine Hinrichtung. Diese ist jetzt für Dienstag angesetzt worden. Doch einer seinen letzten Wünsche sorgt in den USA für Aufsehen: Ledford will nicht durch eine Giftspritze sterben, sondern durch ein Erschießungskommando. Einen entsprechenden Antrag haben die Anwälte des Gefangenen beim zuständigen US District Court gestellt, wie der Nachrichtensender CNN und das deutsche Nachrichtenmagazin Stern.de berichten.

Der Grund für Ledfords Wunsch ist gesundheitlicher Natur. Die Anwälte des Todeskandidaten weisen darauf hin, dass ihr Klient wegen einer Nervenerkrankung Schmerzen in Rücken, Hüfte und Beinen hat. Seit Jahren nimmt der erkrankte Gefängnisinsasse das Medikament Gabapentin. Der Wirkstoff verändert laut seinen Anwälten das Gehirn derart, dass das in Georgia verwendete Hinrichtungsmittel Pentobarbital keine betäubende Wirkung haben könnte. Ledford befürchtet, dass er einen schmerzvollen Tod bei vollem Bewusstsein erleben wird.

Umstrittener Zeitpunkt des Antrags

Das Büro des Generalstaatsanwalts erklärt allerdings, dass die Dosis von 5000 Milligramm Pentobarbital mehr als genug sei, damit der verurteilte 45-Jährige ohne Schmerzen sterben würde. Des weiteren zeigt sich die Justiz in Georgia irritiert vom Zeitpunkt des Antrags. Dieser hätte viel früher gestellt werden können statt fünf Tage vor der Hinrichtung, gibt ein Anwalt des Staates Georgia zu bedenken.

Beobachter des Falls sind der Meinung, dass Ledfords Antrag keine Aussicht auf Erfolg haben wird. In Georgia ist einzig die Hinrichtung mit einer Giftinjektion legal. Nur die Staaten Mississippi, Oklahoma und Utah erlauben die Exekution durch ein Erschießungskommando. So dürfte Ledford, der 1992 im Alter von zwanzig Jahren einen Nachbarn aus Habgier ermordet hat, mittels Giftspritze getötet werden.

(L'essentiel/fal)

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