Ukraine-Krieg: Blamage für Putin und Kim Jong-un – Ukrainer erbeuten Nordkorea-Raketen

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Ukraine-KriegBlamage für Putin und Kim Jong-un – Ukrainer erbeuten Nordkorea-Raketen

Nordkorea liefert offenbar Raketen an Russland. Einige davon haben die Streitkräfte der Ukraine erbeutet. 

Jonas Bucher
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Jonas Bucher
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Die ukrainischen Artilleristen setzten in der Nähe von Bachmut Mehrfachraketen vom Typ Grad aus der Sowjetzeit ein.

Die ukrainischen Artilleristen setzten in der Nähe von Bachmut Mehrfachraketen vom Typ Grad aus der Sowjetzeit ein.

AFP
Ein ukrainischer Artilleriekommandant sagte, dass die nordkoreanische Munition von seinen Truppen wegen ihrer Unzuverlässigkeit nicht bevorzugt werde. Viele seien Blindgänger. (Symbolbild)

Ein ukrainischer Artilleriekommandant sagte, dass die nordkoreanische Munition von seinen Truppen wegen ihrer Unzuverlässigkeit nicht bevorzugt werde. Viele seien Blindgänger. (Symbolbild)

REUTERS
Die ukrainischen Soldaten erklärten, die Raketen seien von einem Schiff eines «befreundeten Landes beschlagnahmt» worden, bevor sie in die Ukraine geliefert worden seien. (Symbolbild)

Die ukrainischen Soldaten erklärten, die Raketen seien von einem Schiff eines «befreundeten Landes beschlagnahmt» worden, bevor sie in die Ukraine geliefert worden seien. (Symbolbild)

IMAGO/NurPhoto

Ukrainische Artilleristen haben in Nordkorea hergestellte Raketen gegen russische Stellungen abgefeuert und damit Pyongyangs Munition gegen die Invasionstruppen seines Verbündeten Wladimir Putin eingesetzt, wie die «Financial Times» (FT) berichtet.

Die nordkoreanischen Waffen, über deren Verwendung durch die Ukraine bisher nicht berichtet wurde, wurden der FT von Truppen gezeigt, die in der Nähe der verwüsteten Stadt Bachmut Mehrfachraketen vom Typ Grad aus der Sowjetzeit einsetzten. Ein Einblick in das ukrainischen Waffenarsenal verdeutliche, wie Europas größter militärischer Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg zu einem Sammelsurium von Generationen militärischer Ausrüstung aus aller Welt geworden sei – von veralteten sowjetischen Geräten bis hin zu modernen Präzisionswaffen.

Die «Financial Times» hat Aufnahmen veröffentlicht, die die Raketen nordkoreanischer Bauart zeigen.

Die «Financial Times» hat Aufnahmen veröffentlicht, die die Raketen nordkoreanischer Bauart zeigen.

Screenshot/Financial Times

«Sie machen manchmal verrückte Dinge»

Ein ukrainischer Artilleriekommandant sagte, dass die nordkoreanische Munition von seinen Truppen wegen ihrer Unzuverlässigkeit nicht bevorzugt werde, da viele von ihnen Blindgänger seien oder nach dem Abfeuern nicht explodieren würden. Den Markierungen zufolge wurden die meisten in den 1980er- und 1990er-Jahren hergestellt.

Ein Mitglied der ukrainischen Grad-Einheit warnte die FT davor, dem Raketenwerfer zu nahe zu kommen, wenn die Besatzung die nordkoreanische Munition abfeuerte, denn «sie sind sehr unzuverlässig und machen manchmal verrückte Dinge», sagt er.

Die Schützen gehörten zu den Artillerieeinheiten, die den Angriff der Ukraine auf die russischen Streitkräfte an der Nord- und Südflanke von Bachmut unterstützen. Journalisten von Getty Images und Radio Free Europe/Radio Liberty fotografierten Ende Juni und in diesem Monat ukrainische Streitkräfte in der südlichen Region Saporischschja, die im Besitz nordkoreanischer Munition waren, ohne diese damals jedoch als nordkoreanisch zu identifizieren.

Schoigu reiste nach Nordkorea

Die ukrainischen Soldaten erklärten, die Raketen seien von einem Schiff eines «befreundeten Landes beschlagnahmt» worden, bevor sie in die Ukraine geliefert worden seien. Sie lehnten es ab, weitere Einzelheiten zu nennen. Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte, die Raketen stammten von den russischen Streitkräften. «Wir erbeuten ihre Panzer, wir erbeuten ihre Ausrüstung, und es ist gut möglich, dass dies auch das Ergebnis einer erfolgreichen Militäroperation der ukrainischen Armee ist», sagte Jurij Sak, ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers.

Es ist auszuschließen, dass Nordkorea der Ukraine die Munition direkt zur Verfügung stellt, da Pyongyang die russische Invasion in vollem Umfang unterstützt. Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu flog vergangene Woche in die nordkoreanische Hauptstadt, um den 70. Jahrestag des Waffenstillstands im Koreakrieg zu feiern und die Zusammenarbeit mit dem Militär des Landes zu «verstärken».
Das Weiße Haus teilte bereits im März mit, Beweise dafür zu haben, dass Moskau mit Pyongang über den Austausch von Waffen und Munition verhandelt.

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