Fifa-Skandal – Blatter und Co. sollen sich bereichert haben

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Fifa-SkandalBlatter und Co. sollen sich bereichert haben

Die Fifa unterstellt Sepp Blatter und ehemaligen Top-Funktionären, sich persönlich Millionen-Boni zugeschanzt zu haben. Die Rede ist von 79 Millionen Schweizer Franken.

Die Fifa-Spitze um den ehemaligen Präsidenten Sepp Blatter soll sich laut einer internen Untersuchung des Weltverbandes innerhalb fünf Jahren fast 80 Millionen Franken Bonifikationen zugeschanzt haben.

Der Fußball-Weltverband teilte heute mit, dass sich der frühere Präsident Sepp Blatter, der ehemalige Generalsekretär Jérôme Valcke und der Ex-Finanzdirektor Markus Kattner laut einer internen Fifa-Untersuchung in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 79 Millionen Euro bereichert haben.

Die Fifa hat die Unterlagen bereits an die Schweizer Bundesanwaltschaft und die US-Justizbehörde weitergeleitet und eine volle Kooperation angekündigt. Es sei klar, dass diese ersten Erkenntnisse weiterer Untersuchungen bedürfen. Laut der Fifa hätten die Zahlungen und die Vertragsabschlüsse gegen Schweizer Recht verstoßen. Auch die Fifa-Ethikkommission wurde in Kenntnis gesetzt.

Bei den möglichen Bereicherungen geht es laut Fifa um Bonuszahlungen, Gehaltssteigerungen und andere Zuwendungen. "Die Untersuchung hat Beweise für die Verletzung treuhänderischer Pflichten offenbart", teilte die Fifa mit.

Erneute Hausdurchsuchung

Wenige Stunden zuvor wurde bekannt, dass erneut Beamte der Bundesanwaltschaft am Zürcher Hauptsitz Dokumente und elektronische Daten sicher stellten. Ein Strafverfahren gegen Präsident Infantino ist jedoch nicht hängig.

Am Donnerstagabend hat die Bundesanwaltschaft den Fifa-Hauptsitz durchsucht. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft gegenüber «10vor10». Gegen den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino sei aber kein Strafverfahren hängig, heißt es weiter.

Wie «SRF Online» auf Grund von Informationen des BA berichtet, solle die Untersuchung die bisherigen Erkenntnisse im Strafverfahren bestätigen beziehungsweise ergänzen. «Konkret wurden Dokumente und elektronische Daten sichergestellt, die nun auf ihre Relevanz zum laufenden Verfahren geprüft werden.»

Die Untersuchungen würden sich nach wie vor nur gegen die von der BA in früheren Stellungnahmen bekannt gegebenen Personen sowie gegen Unbekannt richten. Gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino sei kein Strafverfahren hängig, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit.

Kein internes Verfahren gegen Infantino

Fifa-Präsident Gianni Infantino hat wegen angeblich gelöschter Tonaufnahmen kein internes Verfahren zu befürchten. «Gegen Herrn Infantino ist kein formelles Verfahren eröffnet worden», sagte Roman Geiser, der Sprecher der Fifa-Ethikkommission.

Geiser dementiert damit durch Schweizer und deutsche Medien verbreitete Meldungen. Die Zeitungen und Online-Portale hatten über eine drohende Sperre von 90 Tagen gegen Infantino wegen des Verdachts auf verschiedene Ethikvergehen berichtet.

Der Walliser, Ende Februar zum Nachfolger des suspendierten Sepp Blatter zum Fifa-Präsidenten gewählt, sieht sich seit dem Kongress des Weltverbandes am 13. Mai in Mexico-City mit mehreren Vorwürfen konfrontiert, sein Amt nicht ordnungslaut auszuüben.

Gängige Praxis

Neben dem Vorwurf, das öffentlich gemachte Jahresgehalt von zwei Millionen Euro als ungenügend betrachtet zu haben, hat Infantino derzeit Anschuldigungen wegen angeblich vertuschten respektive gelöschten Aufzeichnungen von Gesprächen im Zusammenhang mit der Freistellung des einstigen Chefaufsehers Domenico Scala zu gewärtigen. Der als Vorsitzender der Audit- und Compliance-Kommission installierte italienisch-schweizerische Doppelbürger war seiner Entmachtung mit dem Rücktritt Mitte Mai zuvorgekommen.

Die Fifa wies darauf hin, dass «nach gängiger Praxis alle offiziellen Versammlungen, aufgenommen und archiviert werden». «Das war auch bei der Versammlung in Mexiko der Fall.» Laut der Fifa bezog sich «der E-Mail-Verkehr auf eine Kopie der Original-Dateien der Sitzung, die fälschlicherweise auf einem lokalen Laufwerk gespeichert waren». Diese Datei bestehe und werde von der Fifa verwaltet.

(L'essentiel/nag/sda)

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