Verhalten verrät uns – Blinzeln wird das Passwort der Zukunft
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Verhalten verrät unsBlinzeln wird das Passwort der Zukunft

Zusätzlich zu Fingerabdruck oder Augenscan soll uns künftig unser Verhalten eindeutig identifizieren. Am Passwortersatz wird fleißig gearbeitet.

Das iPhone per Fingerprint zu entsperren, ist bequem. Bei anderen Herstellern geht das gar mit dem Scan der Netzhaut. Auch gibt es den Login per Venen-Analyse. Mit entsprechendem Aufwand lassen sich aber so manch biomentrische Merkmale übertölpeln.

Deshalb arbeiten Hersteller bereits an der nächsten Stufe der Identifikation. Es ist eine Mischung aus menschlichem Verhalten und biometrischen Merkmalen – kurz Behaviometrics. Dabei meldet man sich einerseits mit einem biometrischen Merkmal an, etwa dem Fingerabdruck. Zusätzlich analysiert das System, wie wir damit interagieren.

Das Wischen verrät uns

Dabei wird beispielsweise erfasst, wie stark wir auf der Tastatur anschlagen, in welchem Winkel wir per Wisch den Touchscreen entsperren, was genau wir anklicken, wie sich der Mauszeiger auf dem Bildschirm bewegt, wie wir blinzeln oder auch in welchem Tonfall wir mit dem Computer sprechen. Daraus lässt sich ein komplexes Verhaltensmuster generieren.

Die Kombination gilt als sicher: «Es ist praktisch unmöglich, das gesamte Verhaltensmuster eines Menschen zu kopieren», schreibt Neil Costigan, CEO Bei Behaviosec. Das Unternehmen aus Schweden hat sich auf verhaltensgestützte Zutrittskontrolle spezialisiert. Auch sieht Costigan einen weiteren Vorteil für die Nutzer selbst. «Unser Verhalten ist das einzige Passwort, das wir niemals vergessen», so der CEO.

Auch das Militär forscht

Anwenden lässt sich die kombinierte Art der Identifikation bei PCs, aber auch bei mobilen Geräten. Im Kleinen sind sie schon da. Bei Googles ReCaptcha-Methode etwa. Diese analysiert sowohl Mauszeiger wie auch Tastatureingabe und kann so Bots von menschlichen Nutzern unterscheiden.

Interesse an Behaviometrics zeigten bisher vor allem Banken, aber auch Google und das amerikanische Verteidigungsministerium, schreibt das «Wall Street Journal». Alle Unternehmen würden darin großes Potenzial sehen. So soll der Mensch vom Problemfaktor, der schlechte Passwörter wählt, zur Lösung der Sicherheitsfrage werden.

(L'essentiel/tob)

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