Radarkontrollen – «Blitzermarathon» in RLP steht vor dem Aus

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Radarkontrollen«Blitzermarathon» in RLP steht vor dem Aus

MAINZ – Die nordrhein-westfälischen Erfinder der Großaktion gegen zu schnelle Autofahrer machen selbst nicht mehr mit. Auch in der Region steht die Teilnahme auf der Kippe.

Beim Blitzmarathon wurden die meisten Überwachungsstellen zwar vorher angekündigt – und trotzdem wurde immer reichlich «Beute» gemacht.

Beim Blitzmarathon wurden die meisten Überwachungsstellen zwar vorher angekündigt – und trotzdem wurde immer reichlich «Beute» gemacht.

DPA/Matthias Balk

Nach der Absage der neuen nordrhein-westfälischen Regierung an Blitzmarathons bleibt die Fortsetzung der jährlichen Aktion gegen zu schnelle Autofahrer in Rheinland-Pfalz vorerst offen. Zunächst sei unklar, ob ein anderes Bundesland den Blitzmarathon koordiniere, sagte der Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministeriums, Steffen Wehner, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. «Ob sich Rheinland-Pfalz dann daran beteiligt, wird aufgrund der Belastungssituation der Polizei entschieden.» Das Bundesland hatte zuletzt unter anderem wegen der größeren Terrorgefahr nicht mehr beim Blitzmarathon mitgemacht.

Wehner betonte, dass Rheinland-Pfalz dennoch viel für die Verkehrssicherheit tue, zum Beispiel mit der etwas anders organisierten Teilnahme am europaweiten «Speedmarathon» und dem Einsatz weiterer Radarfallen. Beim «Speedmarathon» im April wurden im Bundesland binnen 24 Stunden 3876 Temposünder erwischt. Zudem hatte die Landesregierung im Januar angekündigt, generell zur Überwachung des Tempolimits 15 neue Messanlagen in Betrieb zu nehmen. Das Personal der Zentralen Bußgeldstelle wurde stark aufgestockt.

Die neue schwarz-gelbe NRW-Landesregierung will künftig auf Blitzmarathons verzichten und stattdessen ihre «zielgerichtete Verkehrsüberwachung» zum Beispiel generell mit unangekündigten Kontrollen verstärken. Ursprünglich war die Initiative für den Blitzmarathon von Düsseldorf ausgegangen und von anderen Bundesländern und sogar europaweit übernommen worden.

(L’essentiel/dpa)

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