Terror – Blutbad an Universität in Kenia – 147 Menschen tot

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TerrorBlutbad an Universität in Kenia – 147 Menschen tot

In einem Studentenwohnheim im Osten Kenias haben Islamisten der Al-Shabaab-Miliz ein Massaker angerichtet. Dabei kamen mindestens 147 Menschen ums Leben.

Bei einem Terrorüberfall somalischer Extremisten auf eine Universität im Nordosten Kenias sind am Donnerstag bis zu 160 Menschen getötet worden. Die Terrorgruppe Al-Shabaab bekannte sich zu dem Angriff, der am frühen Morgen begann.

Die Terroristen gingen Augenzeugen zufolge durch Wohnheime und machten gezielt Jagd auf Christen. Die Einsatzzentrale und das Innenministerium in Nairobi teilten am Abend mit, die Operation zur Befreiung von Geiseln in Garissa sei beendet. Es seien 147 Tote gezählt worden, Sicherheitskräfte hätten vier Terroristen erschossen. Dutzende Geiseln seien befreit worden.

Gelände gestürmt

Die Täter hatten das Universitätsgelände am frühen Morgen gestürmt. Augenzeugen berichteten, sie hätten vier maskierte Angreifer gesehen. «Sie erschossen die Wachleute am Haupteingang gegen 5.30 Uhr», sagte Kenias Polizeichef Joseph Boinet. «Auf dem Campus schossen sie dann wahllos um sich.»

Zudem zündeten die Angreifer mindestens einen Sprengsatz. Später verschanzten sie sich in einem der vier Wohnheime mit den Geiseln. Die drei übrigen Gebäude, in denen hunderte Studenten untergebracht sind, wurden dem Innenministerium zufolge evakuiert.

Bis zum Mittag seien 195 Studenten gerettet worden, hieß es. Es könnten aber noch zahlreiche Menschen in der Gewalt der Extremisten sein, sagte Innenminister Joseph Nkaissery. Nach 535 Studenten werde gesucht.

Auch mehrere Stunden nach Beginn der Attacke waren noch vereinzelt Schüsse zu hören. Dem kenianischen Katastrophenschutz zufolge wurden 65 Menschen verletzt, viele von ihnen erlitten Schusswunden. Vier Opfer mussten mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Spital in die Hauptstadt Nairobi geflogen werden.

Vor Anschlag gingen Warnungen ein

Einer Studentin der benachbarten Pädagogik-Hochschule zufolge hatte es zuvor Warnungen vor einem drohenden Anschlag gegeben. Am Montag seien sie vom Direktor informiert worden, dass verdächtige Fremde in der Stadt und sogar in der Hochschule gesehen worden seien. Die Hochschule sei daraufhin am Dienstag geschlossen worden, der Universitätscampus aber offen geblieben.

Garissa liegt etwa 150 Kilometer von der Grenze zu Somalia entfernt. Seit 2011 verübt die Shabaab-Miliz immer wieder Anschläge in Kenia, um sich für die Beteiligung des Landes an der Mission der Afrikanischen Union in Somalia zu rächen. Die AU-Truppen bekämpfen die Islamisten dort an der Seite der somalischen Armee.

«Feige» und «abscheulich»

Die mit dem Al-Kaida-Netzwerk verbündete Shabaab-Miliz wird unter anderem für den Angriff auf ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mit 67 Toten im September 2013 verantwortlich gemacht. Alleine im vergangenen Jahr wurden bei Anschlägen der Extremistengruppe in Kenia nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP mindestens 200 Menschen getötet und genauso viele verletzt.

Kenias Staatschef Uhuru Kenyatta lobte am Donnerstag die Sicherheitskräfte für ihren Einsatz. Der britische Botschafter in Nairobi, Christian Turner, verurteilte den Angriff als «feige», US-Botschafter Robert Godec nannte die Attacke «abscheulich».

(L'essentiel/dia/sda)

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