Luftfahrt – Boeing befürchtet weitere Risse in 737-Jets

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LuftfahrtBoeing befürchtet weitere Risse in 737-Jets

Das Loch im Dach, das eine US-Maschine zur Notlandung zwang, wird für Boeing zu einer ernsten Angelegenheit. Das Unglück scheint auf einen Konstruktionsfehler hinzudeuten.

Eine 737-300 des US-Billigfliegers Southwest musste in Arizona wegen eines Lochs im Dach notlanden. Am 5. April wurde das Loch den Medien präsentiert. (Bild: AFP)

Eine 737-300 des US-Billigfliegers Southwest musste in Arizona wegen eines Lochs im Dach notlanden. Am 5. April wurde das Loch den Medien präsentiert. (Bild: AFP)

In Hunderten älterer Boeing 737 drohen Risse in der Außenhaut. «Wir sind alle beunruhigt über die jüngsten Entwicklungen», sagte der verantwortliche Konzernmanager Paul Richter am Dienstag in einer Telefonkonferenz.

Nach Angaben des Boeing-Managers müssen insgesamt 570 Flugzeuge der 737-Baureihe weltweit überprüft werden. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte noch von 175 Maschinen gesprochen.

Problematisch sind diverse 737-Typen der alten, sogenannten «Classic»-Baureihe aus den Jahren 1993 bis 2000. Hier sei ein neuartiges Verfahren zur Befestigung der Aluplatten eingesetzt worden, sagte Richter. Darin lägen wohl die Probleme begründet.

Loch im Dach

Am Freitag hatte eine 15 Jahre alte 737-300 des US-Billigfliegers Southwest notlanden müssen, nachdem sich mit einen lauten Knall ein Loch im Dach aufgetan hatte. Wie durch ein Wunder wurde keiner der 123 Insassen ernsthaft verletzt. Southwest kontrollierte daraufhin alle ähnlichen Maschinen und stellte bei insgesamt fünf betagteren 737-Jets winzige Risse in der Außenhülle fest.

«Wir haben grundsätzlich damit gerechnet, dass wir die Flugzeuge ab einem bestimmten Zeitpunkt kontrollieren müssen.» Allerdings sei Boeing davon ausgegangen, dass sich eine Ermüdung des Materials erst «viel, viel später im Lebensverlauf» der Kurz- und Mittelstreckenmaschinen zeige.

Kontrolle nach 30 000 km

Die Unglücksmaschine von Southwest hatte nach Angaben der Gesellschaft knapp 40 000 der strapaziösen Starts und Landungen hinter sich. Die Maschinen sollten nun schon nach 30 000 Flügen zur Inspektion, erklärte der Boeing-Manager und setzte damit die gleiche Marke wie die US-Luftfahrtbehörde.

Die 737 ist das meistverkaufte Flugzeug der Welt und der direkte Rivale der jüngeren A320-Familie von Airbus. Nahezu alle großen Gesellschaften auf der Welt fliegen diesen Typ. Akute Probleme gab es indes nur mit Maschinen des Billigfliegers Southwest, was die Gesellschaft in ein schlechtes Licht rückte.

L'essentiel Online/20min.ch/sda

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