Börsen im Sinkflug – Börsen erholen sich nach erster Panik wieder

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Börsen im SinkflugBörsen erholen sich nach erster Panik wieder

Donald Trump ist der neue Präsident – viele Märkte stürzen ab. Anleger flüchten in Gold und in den Franken. Doch im Lauf des Tages beruhigte sich die Situation wieder.

Die Trump und Hillary-Cookies in der US-Botschaft in Tokio bleiben den Anlegern im Hals stecken: Die Börsen reagieren empfindlich auf den Wahlkrimi in den USA:

Die Trump und Hillary-Cookies in der US-Botschaft in Tokio bleiben den Anlegern im Hals stecken: Die Börsen reagieren empfindlich auf den Wahlkrimi in den USA:

Eugene Hoshiko

Donald Trump schafft die Sensation und ist der neue US-Präsident. Die Anleger waren darauf nicht vorbereitet und reagieren panisch, denn Donald Trump gilt als Börsenschreck. Zahlreiche Märkte drehten am Mittwochmorgen ins Minus, nach dem ersten Schock über den Sieg des Rechtspopulisten hat sich die Situation aber am Vormittag wieder etwas beruhigt.

Gleich zu Beginn stark nach gab der deutsche Leitindex Dax mit einem Minus von 2,87 Prozent, das sich aber ebenfalls abschwächte. Der Luxemburger Index LuxX sank am Mittwochmorgen kurz nach Handelsbeginn um 2,7 Prozent, rutschte später aber wieder ins Plus.

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stürzte um fast 1000 Punkte in den Keller. Zum Handelsende notierte der Index einen Abschlag von 919,84 Punkten oder 5,36 Prozent beim Stand von 16.251,54 Punkten.

«Horrorszenario ist eingetreten»

In den USA zeigen die Terminkontrakte auf den S&P 500 Verluste von gegen 5 Prozent an. Was die Börse an Trump nicht mag, ist die Unsicherheit, die nach seiner Wahl entsteht. In Sachen Kursausschlägen werde es zehn Tage lang Brexit hoch fünf sein, sagte David Hall vom Vermögensverwalter Indosuez laut der Nachrichtenagentur AWP.

Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research rechnete mit einem schwarzen Mittwoch. «Das Horrorszenario für die Finanzmärkte ist eingetreten und die Meinungsforscher haben es geschafft, sich nach dem Brexit ein zweites Mal bis auf die Knochen zu blamieren», sagte Saurenz. Anleger flüchteten in Gold und in den Schweizer Franken, bei Aktien und dem US-Dollar heiße es «Rette sich wer kann».

Auch die Börse in Hongkong sackte ab, während der Kandidat der Republikaner bei der Auszählung seine Führung stetig ausbaute. Der Hang Seng-Index verlor rund drei Prozent – ähnlich die Börse in Taiwan. An den Aktienmärkten in Seoul und Sydney ging es ebenfalls um rund zwei Prozent abwärts.

Von der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton hatten sich Analysten mehr Stabilität und auch Gewissheit erwartet, was mit der amerikanischen Wirtschaft passiert. Einige fürchten auch die Unberechenbarkeit des Republikaners.

Schockwellen in Mexiko

Auch im Währungshandel gab es größere Ausschläge. Am heftigsten reagierte der mexikanischen Pesos. Er gab zum US-Dollar um als 11 Prozent nach und notierte auf einem Allzeittief. Die mexikanische Währung galt im Vorfeld der Wahlen als «Trump-o-Meter». Mexiko, dessen Wirtschaft stark von der amerikanischen abhängig ist, wäre besonders betroffen von einem Sieg Trumps.

In den weitgehend vom weltweiten Börsengeschehen abgekoppelten chinesischen Aktienmärkten ging es nur leicht nach unten. Der Shanghai Composite Index schloss 0,62 Prozent niedriger, während der Shenzhen Component Index um 0,61 Prozent nachgab. Der ChinNext Index mit den Technologiewerten lag um 1,23 Prozent im Minus.

(L'essentiel/zum/sda/dpa)

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