Luxemburger Armee – Bomben-Experten bilden kleine Elite-Einheit

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Luxemburger ArmeeBomben-Experten bilden kleine Elite-Einheit

WALDHOF – Die Explosion einer Weltkriegsbombe hat am Donnerstag zwei Sprengstoffexperten getötet. Für die Luxemburger Armee sind diese in der halben Welt unterwegs.

Im Munitionslager der Luxemburger Armee in Waldhof wurden am Donnerstag zwei erfahrene Soldaten (40 und 48 Jahre alt) getötet, als sie mit einem Gabelstapler eine Weltkriegsbombe in einem Hangar bewegten und diese explodierte. Zwei weitere Personen (41 und 44) wurden schwer verletzt, eine von ihnen schwebt in Lebensgefahr. Sie befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks außerhalb des Hangars.

Die beiden verstorbenen Unteroffiziere waren Mitglied des «Service de déminage de l’Armée luxembourgeoise» (Sedal) – einer kleinen, nur sieben Mann starken Elite-Einheit. Die Soldaten arbeiten im Schichtdienst, sodass sie im Fall eine Sprengstofffundes, egal zu welcher Uhrzeit, sofort ausrücken können. Pro Jahr stemmt der Korps bis zu 300 Einsätze und entschärft dabei rund fünf Tonnen explosiven Materials – vor allem Weltkriegsbomben. Viele der Einsätze sind im Großherzogtum, doch der Sedal ist auch an Auslandseinsätzen beteiligt, etwa im Libanon, in Bosnien, Kambodscha oder Afghanistan.

« Der Teamleiter trifft die Entscheidung »

«Ruhe, Durchhaltevermögen und eine rund zehnjährige Erfahrung bei der Armee sind Grundvoraussetzungen für die Ausbildung zum Kampfmittelräumer», erklärte Armee-Sprecherin Tanja Raveane vor einigen Wochen im Gespräch mit L'essentiel. 18 Monate lang werde das Entschärfen und Sprengen von Munition trainiert, «später arbeiten sie dann in Zweier-Teams.» Bereits seit 1964 werden in dem Waldhofer Stützpunkt verschiedenste Typen explosiven Materials gelagert. Laut Stabschef Alain Duschène sei es bislang noch nie zu einem solchen Zwischenfall gekommen.

Zu den meisten Einsätzen werden die Kampfmittelräumer gerufen, wenn während Bauarbeiten oder beim Pflügen von Feldern alte Sprengsätze gefunden werden. Eine Entschärfung direkt vor Ort – samt großräumiger Evakuierung – wird allerdings nur dann durchgeführt, wenn ein Abtransport zu gefährlich erscheint. «Dies hängt vom Zustand des Zünders ab. Anhand dessen trifft der Teamleiter eine Entscheidung», erklärt Raveane.

So war die am Donnerstagmorgen explodierte Bombe, die gar keinen Zünder mehr hatte, als sicher eingestuft worden. Sie sollte nach ihrem Zwischenstopp in Waldhof nach Belgien transportiert und dort zerlegt werden. Warum die 48-Kilo-Artilleriegranate hochging, soll von Experten aus dem Ausland geklärt werden.

(Christine Biadacz/L'essentiel)

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