Stay Behind – «Bommeleeër»: Wusste Juncker Bescheid?
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Stay Behind«Bommeleeër»: Wusste Juncker Bescheid?

LUXEMBURG - Hat der SREL bereits 2006 Premier Juncker und Justizminister Frieden über Verbindungen zwischen Stay Behind und den Attentaten informiert?

Den am Donnerstag veröffentlichten Informationen von RTL Radio Lëtzebuerg und Radio 100,7 zufolge soll der luxemburgische Geheimdienst SREL bereits 2006 Premierminister Jean-Claude Juncker und den damaligen Justizminister Luc Frieden darüber informiert haben, dass ein Teil des luxemburgischen Stay-Behind-Netzwerks und der US-Geheimdienst CIA verantwortlich für die «Bommeleeër»-Anschlägen waren.

Die beiden Regierungsmitglieder seien vom damaligen SREL-Chef Marco Mille und den beiden früheren SREL-Agenten Frank Schneider und André Kemmer informiert worden.

Glaubwürdige Aussagen?

RTL bezieht sich auf Aussagen des ehemaligen Präsidenten des Rechnungshofs Gérard Reuter. Dieser soll gesagt haben, dass eine «Hardliner-Fraktion» innerhalb des Stay Behind die Bombenanschläge auf Anordnung der CIA geplant und durchgeführt habe. Ziel sei es gewesen, eine «Atmosphäre der Unsicherheit» zu schaffen, um das linke politische Lager zu schwächen - ähnlich wie es in Italien durch das dortige Stay-Behind-Netzwerk «Gladio» geschehen sei.


Gérard Reuter war im Mai 1999 als Präsident des Rechnungshofes abgesetzt worden. Grund war offiziell seine Verstrickung in undurchsichtige Finanzgeschäfte. Er soll damals nicht in der Lage gewesen sein, Schulden in Höhe von 1,2 Millionen Euro zurückzuzahlen und habe falsche Angaben über seine Finanzsituation gemacht. 2012 wurde vom Disziplinarrat der luxemburgischen Anwaltskammer ein Berufsverbot gegen den Juristen ausgesprochen.

(L'essentiel Online)

Juncker, Frieden und SREL-Mitarbeiter als Zeugen

Im Licht der neuen Erkenntnisse um mögliche Verbindungen zwischen Stay Behind, SREL und der Bommeleeër-Affäre entschied das Gericht im Prozess über die Anschlagsserie am Donnerstag, dem 18. April, Jean-Claude Juncker, Finanzminister Luc Frieden, Ex-SREL-Direktor Marco Mille, die beiden früheren SREL-Mitarbeiter Frank Schneider und André Kemmer, sowie den ehemaligen Präsidenten des Rechnungshofes Gérard Reuter als Zeugen anzuhören.

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