Tankwagenfahrer – Boris Johnson verteidigt niedrige Visa-Bewerberzahl

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TankwagenfahrerBoris Johnson verteidigt niedrige Visa-Bewerberzahl

Von den bereitgestellten Kurzzeitvisa der britischen Regierung sind 127 an Tankwagenfahrer vergeben worden. Insgesamt fehlen dem Land etwa 100.0000 Lastwagenfahrer.

Weil Großbritannien zu wenig Lkw-Fahrer hat, fehlt in vielen Tankstellen des Landes der Sprit.

Weil Großbritannien zu wenig Lkw-Fahrer hat, fehlt in vielen Tankstellen des Landes der Sprit.

DPA/Steve Parsons

Der britische Premierminister Boris Johnson hat das bislang schwache Interesse an Visa für ausländische Lastwagenfahrer verteidigt. Bislang seien 127 Visa an Fahrer von Tanklastern vergeben worden, bestätigte Johnson am Dienstagmorgen im BBC-Interview. «Was das zeigt, ist, dass es einen globalen Engpass gibt», sagte der konservative Politiker. Erneut betonte er, dass es sich bei dem Mangel um kein rein britisches Problem handele.

Zwar gibt es auch in vielen anderen Ländern zu wenige Lastwagenfahrer, allerdings hat der Brexit das Problem in Großbritannien erheblich zugespitzt. Viele osteuropäische Fahrer, die während der Pandemie das Land verlassen haben, können nach dem Brexit mit dem Ende der Freizügigkeit nicht ohne Weiteres zurückkehren.

100.000 Lastwagenfahrer zu wenig

Die britische Regierung hatte als Notfallmaßnahme gegen den akuten Mangel 5000 Kurzzeitvisa für ausländische Fahrer bereitgestellt, davon 300 für Fahrer von Tanklastern. Die Visa sind allerdings zeitlich befristet und sollen nur bis Februar gelten. Da auch in europäischen Ländern Fahrer fehlen, ist fraglich, ob sich tatsächlich ausreichend Fahrer für wenige Monate auf die Stellen in Großbritannien bewerben. Johnson betonte erneut, die Logistikbranche müsse investieren und den Job attraktiver für hoch qualifizierte heimische Arbeitskräfte machen.

Im Vereinigten Königreich fehlen derzeit Schätzungen zufolge rund 100.000 Lastwagenfahrer – mit erheblichen Konsequenzen. Viele Tankstellen saßen auf dem Trockenen, weil Benzin und Diesel nicht transportiert werden konnten. Mittlerweile helfen Soldaten bei der Auslieferung. Auch Supermärkten fehlen die Fahrer zur Belieferung ihrer Filialen.

(L'essentiel/dpa)

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