Social Distancing mal anders – Boxkämpfe vor halbleeren Rängen

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Social Distancing mal andersBoxkämpfe vor halbleeren Rängen

In Nicaragua wird vor Zuschauern geboxt. Doch diese müssen weit auseinander sitzen. Und die Boxer werden desinfiziert.

Die ganze Welt rätselt darüber, wie Sport und Social Distancing kombiniert werden können. Die ganze Welt? Nein! Ein kleines Land in Zentralamerika nicht. In Nicaragua finden trotz der Coronakrise Sportveranstaltungen statt. Die Fußballsaison wurde nie unterbrochen, fand aber ohne Zuschauer statt. Am Wochenende wurde auch geboxt – vor Zuschauern zwar, aber doch mit einigen Vorkehrungen.

Beim Einlass mussten die Zuschauer die Hände desinfizieren und die Temperatur messen lassen. In der Hallen saßen sie weit voneinander entfernt. Nur jeder dritte Sitz jeder zweiten Reihe durfte besetzt werden. Zudem mussten sie Gesichtsmasken tragen, wie die Betreuer und Boxer auch. Diese durften sie aber nach dem Betreten des Rings ablegen.

Bevor es losging, wurden die Kämpfer mit Desinfektionsmittel eingesprüht. Vor dem Kmapf wurden sie zudem einer «rigorosen medizinischen Untersuchung» unterzogen. Auf das Coronavirus wurden sie aber nicht getestet, da «keiner Symptome hatte oder während des Trainings krank war», sagte der ehemalige nicaraguanische WBA-Weltmeister Rosendo Alvarez, der die Kämpfe organisiert hatte.

Keine Corona-Maßnahmen in Nicaragua

«Die Boxer müssen essen», begründete Alvarez die Veranstaltung. Damit ist er auf einer Linie mit dem Staatspräsidenten Daniel Ortega, der keine Corona-Maßnahmen beschlossen hat. Der Grund: «Wenn wir aufhören zu arbeiten, stirbt das Land».

Offiziell gibt es in Nicaragua bislang nur 13 bestätigte Corona-Infektionen und drei Todesfälle. Doch trotz der geringen offiziellen Fallzahl und den beschwichtigenden Worten des Präsidenten scheint sich die Bevölkerung Sorgen zu machen. So blieben trotz Social-Distancing-Maßnahmen und Gratis-Eintritten einige Plätze in der Boxhalle leer.

(L'essentiel/ets)

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