Washington: Boyband BTS spricht im Weißen Haus über antiasiatischen Hass
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WashingtonBoyband BTS spricht im Weißen Haus über antiasiatischen Hass

Ein Besuch der Boyband BTS im Weißen Haus elektrisiert die Fans und Medien gleichermaßen. Das Treffen der Superstars mit Präsident Biden hat aber einen bedrückenden Anlass.

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Die südkoreanische Boyband BTS ist im Weißen Haus empfangen worden.

Die südkoreanische Boyband BTS ist im Weißen Haus empfangen worden.

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Die Band hat sich dort mit US-Präsident Biden über den Kampf gegen Hassverbrechen an Amerikanern und Amerikanerinnen mit asiatischen Wurzeln beraten.

Die Band hat sich dort mit US-Präsident Biden über den Kampf gegen Hassverbrechen an Amerikanern und Amerikanerinnen mit asiatischen Wurzeln beraten.

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 «Gleichheit beginnt, wenn wir uns öffnen und all unsere Unterschiede begrüßen», sagte Bandmitglied Suga.

«Gleichheit beginnt, wenn wir uns öffnen und all unsere Unterschiede begrüßen», sagte Bandmitglied Suga.

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Superstar-Glamour im Weißen Haus, aber todernster Anlass: Die südkoreanische Boyband BTS hat mit US-Präsident Joe Biden über den Kampf gegen Hassverbrechen an Amerikanern und Amerikanerinnern mit asiatischen Wurzeln beraten. Bandmitglied Jimin sagte im Anschluss an das Treffen vor Reportern und Reporterinnen, dass die Gruppe erschüttert über die Zunahme solcher Taten und der Intoleranz gegenüber US-Bürgern und -Bürgerinnen asiatischer Herkunft sei, die seit Beginn der Corona-Pandemie anhalte. «Es ist nicht falsch, anders zu sein», sagte sein Bandkollege Suga. «Gleichheit beginnt, wenn wir uns öffnen und all unsere Unterschiede begrüßen.»

BTS-Mitglied V ergänzte, dass «jeder seine eigene Geschichte hat». Die Band hoffe, dass ihr Besuch ein Schritt nach vorne im Bemühen sei, gegenseitige Verständigung und Respekt zu fördern. Mit auf der Bühne standen J-Hope, RM, Jungkook und Jin.

Das Gespräch mit Biden war vertraulich

Im Weißen Haus waren die Jungs von BTS zuvor in den Genuss einer Führung gekommen, ehe sie ein vertrauliches Gespräch mit Biden im Oval Office führten.

Seit ihrer Debütsingle im Jahr 2013 hat die Boyband mit ihrer selbst komponierten Musik und ihrem Aktivismus eine treue weltumspannende Fangemeinde für sich begeistert. 2020 standen BTS drei Mal an der Spitze der Hitparade Billboard Hot 100 und wurden für renommierte Musikpreise wie die Grammys, die Billboard Music Awards und MTV Video Music Awards nominiert. Die Gruppe steht wie keine andere für die sogenannte K-Pop-Szene, also koreanischsprachige Popmusik, und gilt bei vielen Fachleuten als die populärste Boyband der Welt.

Großer Fanandrang

Bei so viel Glamour blieb es nicht aus, dass der Presseraum des Weißen Hauses am Dienstag aus allen Nähten platzte. Journalistinnen und Journalisten wichen auf die Gänge aus, um den Kurzauftritt von BTS zu covern. Den Livestream des Weißen Hauses, der zur Nachmittagszeit (Ortszeit) in der Regel kein Riesenpublikum anlockt, verfolgten zum Auftakt des Pressebriefings mit der Band mehr als 230.000 Menschen.

Brian Deese, Direktor des Wirtschaftsrats im Weißen Haus, informierte die Reporterschar gleich danach über ein Treffen Bidens mit Fed-Chef Jerome Powell und witzelte: «Ich darf nach Hause gehen und meinen Kindern sagen, dass BTS meine Vorgruppe war.»

Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite, doch hatte der Besuch von BTS im Weißen Haus einen ernsten Hintergrund. Seit zwei Jahren nehmen rassistisch motivierte Attacken auf Menschen mit asiatischen Wurzeln und deren Benachteiligung im Alltag in den USA zu. Empörung riefen im März 2021 Angriffe auf Massagesalons im Großraum Atlanta mit acht Toten hervor, von denen sechs Frauen asiatischstämmig waren.

Nach den Vorfällen initiierten Bürgerrechtsgruppen in ganz Amerika Solidaritätsevents und nutzten soziale Medien für Appelle gegen Rassismus. BTS beteiligten sich damals mit Twitter-Botschaften, die zum Kampf gegen Diskriminierung aufriefen. 

(L'essentiel/DPA/job)

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