Südwestfrankreich – Brachte Serienmörder Soldaten um?

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SüdwestfrankreichBrachte Serienmörder Soldaten um?

Die mysteriösen Mordanschläge auf Soldaten in Frankreich gehen eventuell auf das Konto eines Serientäters. Zuletzt waren am Donnerstag zwei Soldaten getötet worden.

Ein Soldat hält am Donnerstag an der Stelle Wache, an der zwei seiner Kollegen erschossen wurden.

Ein Soldat hält am Donnerstag an der Stelle Wache, an der zwei seiner Kollegen erschossen wurden.

AFP

Erste Anzeichen deuten drauf hin, dass es sich bein den mysteriösen Mordanschlägen auf Soldaten in Südwestfrankreich um die Taten eines Serienmörders gehen. Am Donnerstag waren im südfranzösischen Montauban zwei Soldaten getötet und ein dritter schwer verletzt worden. Eine Waffe desselben Kalibers sei vier Tage zuvor im rund 50 Kilometer entfernten Toulouse verwendet worden, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Dort war am Sonntag ein 30 Jahre alter Soldat von einem Unbekannten erschossen worden. Ob es sich um dieselbe Waffe gehandelt hat, muss nach Angaben des Ministeriums noch geklärt werden.

Der Hintergrund der Bluttaten ist völlig unklar. Der französische Außenminister Alain Juppé wies am Freitag Spekulationen über einen Zusammenhang mit dem französischen Militäreinsatz in Afghanistan zurück. «Es gibt zurzeit keinen Hinweis darauf», sagte er nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP. «Fangen wir nicht an, über mögliche Motive zu spekulieren.»

Polizei verfolgt drei Spuren

Nach ersten Erkenntnissen der Behörden fuhr der Schütze in Montauban einen schwarzen Motorroller und trug einen Helm mit getöntem Visier. Die Soldaten waren demnach zum Zeitpunkt der Tat unbewaffnet. Auch in Toulouse soll der Täter mit einem Zweirad unterwegs gewesen sein.

Nach Informationen der Zeitung «Le Figaro» verfolgt die Polizei drei mögliche Spuren. Zum einen könnte es sich um ein politisch motiviertes Attentat vor dem Hintergrund des französischen Afghanistan-Einsatzes handeln. Zum anderen werden auch ein Vergeltungsakt im Milieu der organisierten Kriminalität oder die Wahnsinnstat eines Waffenfanatikers nicht ausgeschlossen.

(L'essentiel Online/dpa)

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