Wohnen in Luxemburg – «Brauchen jetzt Wohnungen, nicht in zehn Jahren»

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Wohnen in Luxemburg«Brauchen jetzt Wohnungen, nicht in zehn Jahren»

LUXEMBURG – Die Chamber hat am Dienstagnachmittag über die Wohnungskrise und die Lösungsvorschläge der déi Lénk-Abgeordneten Nathalie Oberweis debattiert.

Déi Lénk wollen sich für die Mobilisierung leerstehender Wohnräume und Baulücken einsetzen, um der Wohnungskrise entgegenzuwirken.

Déi Lénk wollen sich für die Mobilisierung leerstehender Wohnräume und Baulücken einsetzen, um der Wohnungskrise entgegenzuwirken.

Editpress/Fabrizio Pizzolante

Die Wohnungskrise im Großherzogtum wird zunehmend zur Belastung - die Preise explodieren und immer weniger Personen können sich Wohnraum leisten. Geschätzt wird, dass aktuell 30.000 Personen bezahlbaren Wohnraum brauchen. Die Abgeordneten sind sich einig, dass die Dunkelziffer wohl noch deutlich höher liegt.

Ein Problem, dem sich déi Lénk und insbesondere die Abgeordnete Nathalie Oberweis mit einem Antrag annehmen möchten. Die aktuellen Bemühungen der Regierung würden nicht weit genug gehen. «Wir brauchen jetzt Wohnungen, nicht erst in zehn Jahren», erklärt Oberweis.

« Viele unserer Mitmenschen leben in einem Notstand »

«Viele unserer Mitmenschen leben in einem Notstand und das nicht erst seit der Pandemie», leitete die déi Lénk-Abgeordnete das Thema ein. Ein politischer Rahmen müsse geschaffen werden und Kriseninstrumente müssten genutzt werden. Konkret ginge es hierbei darum, leerstehende Wohnungen und Baulücken zu nutzen und Besitzern durch eine höhere Besteuerung einen Anreiz zu geben, diese zu verkaufen oder zu vermieten. Ungenutzter Besitz soll also unattraktiver werden. Um dies umsetzen zu können, müsse allerdings erst bestimmt werden wo diese Besitze sich befinden. Wer wohnt wo, und was steht leer? «Dazu ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen ministerialen Ressorts, den Gemeinden sowie den Vereinen gefragt», erklärt Wohnungsbauminister Henri Kox.

Besonders leerstehender Wohnraum im Besitz des Staates wurde von den Abgeordneten angeprangert: «Der Staat muss hier mit gutem Beispiel vorangehen», findet auch CSV-Abgeordneter Marc Lies.

Was den Einsatz der Baulücken betrifft, so verweisen Innenministerin Taina Bofferding (LSAP) und der DP-Abgeordnete Max Hahn auf den geplanten Baulandvertrag, der künftige Baulücken verhindern soll, aber auch das Nutzen bereits bestehender Baulücken durch Fristen vereinfachen soll.

« Wir brauchen eine Lösung auf nationaler, nicht auf kommunaler Ebene »

Und auch die Grundsteuer stand erneut zur Debatte. Während sich die déi-Lénk-Abgeordneten für eine obligatorische Kommunalsteuer auf leerstehenden Wohnraum und Baulücken aussprachen, waren sich die anderen Parteien einig: «Wir brauchen eine Lösung auf nationaler, nicht auf kommunaler Ebene.» Die Grundsteuer werde mit Ungeduld erwartet.

Der Wohnungsbauminister sowie auch die Innenministerin appellieren indes an die Geduld der Abgeordneten. Man würde an einer Reform arbeiten und für diese sei insbesondere die Datenlage sehr wichtig. «Ich weiß, dass es einigen nicht schnell genug geht, aber es ist wichtig, dass wir uns diese Zeit für diese Reform auch nehmen», erklärt Taina Bofferding, während Henri Kox daran erinnert, dass das Wohnungsproblem eine Vielzahl an Akteuren betrifft, die Hand in Hand an Lösungen arbeiten müssen.

(Liz Mikos/L'essentiel)

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