Luxemburg – Breitet sich das organisierte Verbrechen aus?

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LuxemburgBreitet sich das organisierte Verbrechen aus?

LUXEMBURG – Das Großherzogtum ist ein fruchtbarer Boden für internationale kriminelle Aktivitäten, wie aus einem Interpol-Bericht hervorgeht. Die Regierung beschwichtigt.

Prostitution ist eine der Haupteinnahmequellen des organisierten Verbrechens.

Prostitution ist eine der Haupteinnahmequellen des organisierten Verbrechens.

Fabrizio Pizzolante

Ist Luxemburg für das organisierte Verbrechen attraktiver als seine Nachbarländer? Ein Interpol-Bericht, der von den LSAP-Abgeordneten Dan Biancalana und Mars Di Bartolomeo zitiert wird, deutet jedenfalls darauf hin. Die geographische Lage im Herzen Europas, die Bedeutung des Finanzplatzes, die stabile Wirtschaft und die hohen Einkommen würden das Großherzogtum zu einem fruchtbaren Boden für international agierende Kriminelle machen.

Dieser Eindruck wird von den Ministern Henri Kox und Sam Tanson relativiert. In einer parlamentarischen Antwort erklären sie, dass Luxemburg mit diesem Problem «wie andere europäische Länder» konfrontiert ist, allerdings «ohne eine signifikante Entwicklung». Auf der Grundlage von Polizeiberichten nennen die Minister für innere Sicherheit und Justiz «organisierten Raub, Menschenhandel und Schleusung von Migranten» als die spürbarsten Delikte, die auf nationaler Ebene aufgedeckt werden können.

Mafia auf Luxemburger Boden

Insbesondere Angriffe auf Geldautomaten werden als eine der sichtbarsten Erscheinungsformen dieser kriminellen Machenschaften hervorgehoben. Während die Zahl der neuen Fälle in diesem Bereich von 33 im Jahr 2019 auf 25 im vergangenen Jahr gesunken ist, stellen die Déi Gréng-Minister einen «starken Anstieg» bei den Drogendelikten fest.

Eine weitere aufschlussreiche Tatsache über die Vielzahl der kriminellen Aktivitäten auf Luxemburger Boden ist, dass die Organisierte Kriminalität hierzulande etwa acht Prozent der internationalen Rechtshilfeersuchen ausmacht. Im Durchschnitt werden pro Jahr etwa sechzig spezifische Anfragen an Luxemburg übermittelt.

Zuletzt hatte ein Angehöriger der Mafia, der 2019 in Zolwer verhaftet wurde, für Aufsehen gesorgt. Auf die Frage nach den Auswirkungen der großen Anti-Mafia-Prozesse, die derzeit in Italien und Luxemburg stattfinden, antworteten die Minister, sie hätten «keine Informationen zu diesem Thema».

(th/L'essentiel)

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