Vorzeitige Haftentlassung – Breivik spricht über Isolationshaft
Publiziert

Vorzeitige HaftentlassungBreivik spricht über Isolationshaft

Seit knapp zehn Jahren sitzt der verurteilte Anders Breivik in Isolationshaft. Vor Gericht berichtet er über die im Gefängnis herrschenden Umstände.

1 / 8
Die Haftbedingungen seien trotz teilweiser Lockerungen weiter streng, sagte Breivik. Seit knapp zehn Jahren sitzt der Massenmörder von Utøya in Isolationshaft.

Die Haftbedingungen seien trotz teilweiser Lockerungen weiter streng, sagte Breivik. Seit knapp zehn Jahren sitzt der Massenmörder von Utøya in Isolationshaft.

Reuters
Der rechtsextreme Breivik provozierte vor Gericht erneut mit dem Hitlergruß, fordert einen Stopp eines angeblichen «Genozids gegen weiße Nationen».

Der rechtsextreme Breivik provozierte vor Gericht erneut mit dem Hitlergruß, fordert einen Stopp eines angeblichen «Genozids gegen weiße Nationen».

AFP/Ole Berg-Rusten
Er werde wie ein Tier behandelt und sei jeden einzelnen Tag Demütigungen ausgesetzt. Dabei habe er sich so sehr verändert, dass es nicht mehr möglich sei, sich noch weiter zu ändern.

Er werde wie ein Tier behandelt und sei jeden einzelnen Tag Demütigungen ausgesetzt. Dabei habe er sich so sehr verändert, dass es nicht mehr möglich sei, sich noch weiter zu ändern.

Screenshot Youtube

Der verurteilte Massenmörder Anders Behring Breivik hat vor Gericht von strengen Haftbedingungen und mangelndem sozialen Kontakt berichtet. Ihm sei nicht erlaubt worden, mit anderen zu kommunizieren und sinnvolle Beziehungen aufzubauen, sagte der seit knapp zehn Jahren in Isolation sitzende 42-Jährige am Mittwoch bei seiner Bewährungsverhandlung während einer Befragung durch Verteidiger Øystein Storrvik. Er arbeite zwölf Stunden täglich, die meiste Zeit habe er für Studien und Geschäftspläne genutzt.

Geringe Aussicht auf Erfolg

Seit Dienstag wird vor dem Bezirksgericht Telemark in der Haftanstalt Skien darüber verhandelt, ob Breivik wie von ihm beantragt auf Bewährung auf freien Fuß gesetzt werden kann. Seine Erfolgsaussichten sind gering. Die Gerichtsverhandlung soll noch bis voraussichtlich Donnerstag gehen, ein Beschluss soll zu einem späteren Zeitpunkt und möglicherweise bereits nächste Woche bekanntgegeben werden.

Wie am ersten Verhandlungstag zeigte Breivik beim Betreten der zum Gerichtssaal umfunktionierten Turnhalle des Gefängnisses einen Zettel mit einer politischen Botschaft. Im Laufe des Tages sollte auch die Psychiaterin Randi Rosenqvist aussagen, die Breivik nach den Terroranschlägen vom 22. Juli 2011 mehrmals untersucht hatte.

Tägliche Demütigungen

Die Haftbedingungen seien trotz teilweiser Lockerungen weiter streng, sagte Breivik. Ihm werde nach wie vor die Teilnahme an Vorlesungen verwehrt, was ihm das Studieren und Erreichen von Abschlüssen erschwere. Er werde wie ein Tier behandelt und sei jeden einzelnen Tag Demütigungen ausgesetzt. Dabei habe er sich so sehr verändert, dass es nicht mehr möglich sei, sich noch weiter zu ändern. Er sei bereit, alle Regeln zu befolgen.

2012 tötete Breivik 77 Menschen

Breivik, der sich mittlerweile Fjotolf Hansen nennt, hatte bei Anschlägen im Osloer Regierungsviertel und auf der Insel Utøya aus rechtsextremen und islamfeindlichen Motiven insgesamt 77 Menschen getötet. Im Sommer 2012 war er zur damaligen Höchststrafe von 21 Jahren Verwahrung mit einer Mindestdauer von zehn Jahren verurteilt worden. Nach Ablauf dieser Mindestdauer durfte Breivik beantragen, dass seine Freilassung auf Bewährung gerichtlich geprüft wird.

(L'essentiel/DPA/roa)

Deine Meinung