Außer Rand und Band – «Breno nahm ein Messer und ging auf die Straße»
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Außer Rand und Band«Breno nahm ein Messer und ging auf die Straße»

Vor einem Jahr fackelte der Ex-Bayern-Verteidiger Breno seine Luxusvilla ab. Er war betrunken und hatte Wahnvorstellungen, erklärt seine Frau nun in einem Interview.

In der Nacht vom 19. auf den 20. September 2011 werden die Bewohner des Münchner Vororts und Nobelquartiers Grünwald durch Polizei- und Feuerwehrsirenen geweckt. Eine Villa steht in Flammen. Es ist jene des Bayern-Verteidigers Breno. Das Haus brennt vollständig aus, der Fußballer wird mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Am 4. Juli 2012 wird Breno wegen schwerer Brandstiftung zu knapp vier Jahren Haft verurteilt.

Rund ein Jahr nach der Tat verrät seine Frau Renata in der brasilianischen Sportzeitung «Globo Esporte» Details über die Brandnacht. Bisher sei es ihr von Bayern verboten worden, darüber zu sprechen.

Alkohol im Übermaß

Ihr Mann habe am 19. September erfahren, dass sein Knie zum vierten Mal operiert werden müsse. Darauf trank er Bier, Portwein und Whisky, sagt Renata. Sie habe dann die Kinder schlafen gelegt und ihn gebeten, mit dem Trinken aufzuhören. Schließlich sollte er am nächsten Tag operiert werden. «Aber da sprach er schon wirres Zeug», so Brenos Frau weiter.

Er habe Wahnvorstellungen gehabt und sagte, dass sein Landsmann und Teamkollege Rafinha (der in der Nähe wohnte, Anm. d. Red.) sowie Freunde von der Polizei verfolgt würden und er ihnen helfen müsse. «Er lief in Bermudashorts die Straße hoch und fing an, sich auf dem Boden zu rollen.»

Mit dem Messer auf die Straße

Anschließend sei ihr Mann wieder ins Haus zurückgekehrt. «Er wollte aus dem Fenster springen. Ich habe ihn umarmt und wollte ihn davon abhalten. Ich schaffte es nicht. Er ist aus vier Metern Höhe gefallen.» Dann stand er auf, rannte los und sagte, dass er Rafinha helfen müsse. «Er nahm ein großes Messer und ging auf die Straße.»

Daraufhin habe sie die Kinder geschnappt, das Haus verlassen und sei mit dem Auto mehrmals um den Wohnblock gefahren. Als sie die Polizei und Feuerwehr sah, kehrte sie zurück. «Ich habe die Polizisten angeschrien, sie mögen ins Haus gehen und meinen Mann retten. 20 Minuten habe ich um den Tod von Breno geweint», so Renata. Dann habe sie von den Beamten erfahren, dass ihr Mann in einem Streifenwagen saß.

«Ich hoffe auf einen neuen Prozess»

Breno habe sie vom Krankenhaus aus angerufen und berichtet, dass er sich nicht erinnern könne, Feuer gelegt zu haben. «Er sagte, dass er, als er nach Hause kam und niemand vorfand, durchdrehte und dachte, dass ich ihn verlassen hätte», sagt Renata und beteuert: «Mein Mann ist kein Krimineller.»

Das Münchner Landgericht sprach den 22-Jährigen Anfang Juli wegen schwerer Brandstiftung schuldig und verurteilte ihn zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Im Gefängnis geht es Breno den Umständen entsprechend gut. «Er hat keine Depressionen und arbeitet in der Wäscherei. Sie lassen ihn sogar joggen und Radfahren», sagt Renata. «Ich hoffe, dass der Prozess noch einmal neu bewertet wird.»

Brenos Vertrag bei Bayern München lief im Sommer aus. Er wurde nicht verlängert. Der Brasilianer galt einst als begnadeter Fußballer. 2008 wechselte der Verteidiger im Alter von 18 Jahren für 12 Millionen Euro von São Paulo zu Bayern München. Er gehörte damit zu den 15 teuersten Bundesliga-Transfers.

(L'essentiel Online/heg)

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