Euro-Krise – Brüssel will Rettungsfonds aufstocken

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Euro-KriseBrüssel will Rettungsfonds aufstocken

750 Milliarden sind bereits im EU-Rettungsfonds – doch das ist offenbar nicht genug. Die EU-Kommission möchte den Betrag erhöhen und den Aktionsradius erweitern.

Bis jetzt ist erst Irland unter dem EU-Rettungsschirm. Um Staatspleiten abzuwenden, soll der Rettungsschirm nun aufgestockt werden.

Bis jetzt ist erst Irland unter dem EU-Rettungsschirm. Um Staatspleiten abzuwenden, soll der Rettungsschirm nun aufgestockt werden.

Keystone

Die Europäische Kommission will den Europäischen Rettungsschirm ausbauen und seine Anwendung ausweiten. «Die EU-Kommission sagt ganz klar, dass die externen Finanzierungskapazitäten gestärkt werden müssen», sagte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahreswachstumsberichts in Brüssel.

Außerdem plädierte er dafür, den Anwendungsbereich des Mechanismus zu erweitern, wie es kurz zuvor bereits EU-Währungskommissar Olli Rehn getan hatte. Barroso zeigte sich zuversichtlich, dass darüber bereits in den nächsten Wochen eine Einigung erzielt werden könne. Möglicherweise werde dies schon beim Gipfel in Februar der Fall sein.

Signal an die Märkte

Dies bedeute nicht, dass notwendigerweise weitere Länder unter den Rettungsschirm schlüpfen müssten, betonte Barroso. Aber es sei wichtig, das Signal an die Märkte auszusenden, «dass die europäischen Regierungen alles tun werden, um ihre Währung zu schützen».

EU-Währungskommissar Rehn forderte unterdessen von den Mitgliedsländern, ihre Sparanstrengungen noch einmal zu verstärken. Ansetzen sollten sie dabei vor allem bei den Ausgaben, betonte er. «2011 wird ohne Zweifel ein sehr herausforderndes Jahr für Europa werden», sagte er. Aber es könne auch das Jahr werden, in dem Europa die Krise überwinde - und die Weichen für eine nachhaltige Zukunft stelle. Am Mittwoch hat die Europäische Kommission zum ersten Mal einen Jahreswachstumsbericht vorgelegt. Er bildet die Grundlage dafür, die Wirtschafts- und Haushaltspolitik der einzelnen Mitgliedsländer in Zukunft besser aufeinander abzustimmen.

(20min.ch/sda/dapd)

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