Luxemburg – Bürger gestalten die Zukunft Luxemburgs mit
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LuxemburgBürger gestalten die Zukunft Luxemburgs mit

LUXEMBURG – 44 Vorschläge hat das Bürgerkomitee zur nachhaltigen Gestaltung des Landes am Donnerstag vorgestellt. Die Regierung will einen Teil davon übernehmen.

25 Einwohner, fünf Grenzgänger, 16 Frauen, 14 Männer, jung und alt: Das Bürgerkomitees zur nachhaltigen Gestaltung des Landes hat am Donnerstag ihre 44 Vorschläge vorgestellt.

25 Einwohner, fünf Grenzgänger, 16 Frauen, 14 Männer, jung und alt: Das Bürgerkomitees zur nachhaltigen Gestaltung des Landes hat am Donnerstag ihre 44 Vorschläge vorgestellt.

Editpress/Fabrizio Pizzolante

Es sind die Früchte einer einjährigen Bürgerarbeit, die am Donnerstag vorgestellt worden sind: Sechs Monate lang haben 30 Mitglieder des Biergerkommitees (Bürgerkomitee), darunter fünf Grenzgänger, an Konferenzen mit Experten teilgenommen, bevor sie in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 Vorschläge entwickelten. Das vom Marktforschungsinstitut TNS-Ilres ausgewählte Gremium aus 16 Frauen und 14 Männern lieferte 44 Vorschläge, die sich auf eine nachhaltige Raumplanung bezogen.

«Es ging darum, wie man das Territorium Luxemburgs so gestalten kann, dass es bis 2050 CO2-neutral wird», erklärt Jürgen Stoldt, der Koordinator des Biergerkommitees. Dabei reichen die Vorschläge von der Kontrolle des Bevölkerungswachstums in den Gemeinden über ein besseres Mobilitätsangebot, die Verwendung nachhaltiger Materialien in der Architektur bis hin zur Schaffung besserer Rahmenbedingungen für mehr Biodiversität.

Dabei stellt das Bürgerkommitee auch ein unzureichendes Bewusstsein für klimatische Herausforderungen fest. Sie schlagen die Besteuerung von Autos mit zu hohem Kraftstoffverbrauch vor und prangern an, dass in Luxemburg unverhältnismäßig viele Modelle gekauft werden. Claude Turmes, Minister für Raumplanung, erklärt, er werde «den größten Teil der Vorschläge in das Leitprogramm für Raumplanung einbinden». Aber manche Vorschläge seien politisch nicht umsetzbar.

«Bürgerbeteiligung kann die gesamte Bevölkerung politisch integrieren»

Michèle, eine der «Auserwählten», sagt, dass sie seit ihrer Teilnahme am Prozess ihre Meinung zu bestimmten Themen geändert habe – ebenso wie ihr Verhalten, etwa durch «Fahrgemeinschaften, um meinen CO2-Ausstoß zu reduzieren». Die 29-Jährige erwartet, dass die Ideen auf politischer Ebene aufgegriffen werden und dass die Bürgerbeteiligung in unserem demokratischen System institutionalisiert wird. Das Biergerkommitee, von dem sie über soziale Netzwerke erfahren hatte, ermöglichte ihr «den Austausch mit Menschen, die eine andere Meinung haben, was normalerweise zu selten der Fall ist», sagt sie.

Bürgerbeteiligung «ist eine Lösung, da die repräsentative Demokratie es nicht mehr schafft, die gesamte Bevölkerung politisch zu integrieren», sagt Stoldt, «sie ermöglicht es, Bevölkerungsgruppen einzubinden, die man normalerweise nicht hört». Claude Turmes ist seinerseits der Ansicht, dass sich die beiden ergänzen. «Wenn wir wollen, dass unsere Demokratie gut vorankommt, müssen wir andere Formen der Partizipation finden», sagt er und lobt die «beruhigte Form des Dialogs».

(jg/L'essentiel)

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