Rücktritt in Mainz – Bürgermeister prellt die Zeche und tritt ab

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Rücktritt in MainzBürgermeister prellt die Zeche und tritt ab

MAINZ - Weil er in einem Hotel drei Glas Wein nicht bezahlte, hat der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) am Montag den Hut nehmen müssen.

Der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Jens Beutel (SPD), gibt sein Amt ab.

Der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Jens Beutel (SPD), gibt sein Amt ab.

DPA

Drei Glas Wein sollen es gewesen sein, die dem Oberbürgermeister aus der Weinstadt Mainz am Montag das Amt gekostet haben: Jens Beutel (SPD) sei nach dem Rotwein im Viersternehotel «Des Milles Collines» im fernen Kigali einfach gegangen, ohne zu zahlen, berichteten Teilnehmer der Ruanda-Reise einer offiziellen Delegation aus Rheinland-Pfalz.

Am Montag musste der 65-Jährige nun die Konsequenzen ziehen und wegen eines von der CDU ins Gespräch gebrachten Abwahlverfahrens nach 14 Jahren im Amt seinen Rücktritt erklären: «Die Berichterstattung und viele Gespräche zeigen mir, dass ein weiteres erfolgreiches Arbeiten an der Spitze der Stadt zur Aufrechterhaltung der politischen Gestaltungsfähigkeit und mit Rücksicht auf meine Familie nicht länger möglich ist.»

Bereits zuvor verschiedene Reise-Affären

Der Oktober-Trip nach Afrika - Rheinland-Pfalz unterhält eine Partnerschaft mit Ruanda - war nicht die erste Reise, mit der sich Beutel Ärger eingehandelt hat. Ermittlungen wegen Untreue und Vorteilsnahme nach einer Tegernsee-Fahrt wurden eingestellt - die Reise Beutels in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der damals hoch verschuldeten städtischen Wohnbau Mainz GmbH war als Dienstreise abgerechnet worden. Mit einem Strafbefehl hingegen endete vor einem Jahr ein Verfahren des Amtsgerichts Mainz wegen Untreue: Beutel musste 9600 Euro zahlen, weil eine Reise 2004 auf die italienische Insel Capri über die Stadtwerke Mainz abgerechnet wurde.

L'essentiel Online/dpa

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