Corona-Krise – Café von Malle-Jens muss für immer schließen
Publiziert

Corona-KriseCafé von Malle-Jens muss für immer schließen

Die Corona-Krise hat auch das Lokal des verstorbenen Malle-Jens getroffen. Die «Faneteria» in Mallorca muss nun ihre Tore schließen.

Das Kult-Café der verstorbenen Mallorca-Legende Jens Büchner (49) schließt seine Tore für immer. Danni Büchner (43) muss die «Faneteria» an der Ostküste Mallorcas ausräumen. Millionen Zuschauer kennen sie aus der Vox-Dokusoap «Goodbye Deutschland!». Viele haben am Bildschirm verfolgt, wie die Frau aus dem niedersächsischen Delmenhorst in Mallorca Fuß fasste. Nun muss Büchner wegen finanzieller Schwierigkeiten das Café im Badeort Calla Millor schließen.

«Uns hat die Corona-Krise erwischt»

Große Brocken der Inneneinrichtung der «Faneteria» sind bereits abgebaut. Büchner teilt die Nachricht auf Instagram und schreibt dazu: «Leider muss ich euch mitteilen, dass auch uns die Corona-Krise erwischt hat und wir nach drei wundervollen Saisons heute Abschied nehmen müssen – Jens, Marco, Tamara und ich haben sehr viel Herzblut, Zeit und Geld investiert.»

Die Reaktionen ließen im Netz nicht auf sich warten: «Oh wie schade», «Das tut mir sehr leid für Euch» schrieben Bekannte und Fans mit weinenden Emoticons. Viele versuchten Mut zu machen und meinten, bald werde sich sicher «eine andere Tür öffnen». Innerhalb weniger Stunden wurde das Herz-Symbol im Eintrag knapp 8000 Mal angeklickt.

Mit den Geschäftspartnern Marco und Tamara Gülpen hatte Büchner die «Faneteria» nach dem Tod ihres Mannes im November 2018 weiter erfolgreich geführt. Vor allem bei deutschen Urlaubern, die auch auf eine Selfie mit der berühmten Besitzerin hofften, aber auch bei Einheimischen war das Lokal sehr beliebt.

Dass Meinungsverschiedenheiten mit Geschäftspartnern zum Ende beigetragen hätten, wie Medien berichteten, bestritt die gelernte Friseuse. Corona und Shutdown seien schuld gewesen, beteuerte die in Düsseldorf geborene und in Delmenhorst aufgewachsene Frau, deren Neuanfang als Wirtin auf Mallorca von einem Millionenpublikum begleitet worden war. «Außerdem hat uns der Vermieter einen Strich durch die Rechnung gemacht.»

Armut auf Mallorca nimmt drastisch zu

Die balearische Wirtschaft wurde von der Pandemie hart getroffen. Und auch die Menschen. Nach Angaben von Hilfsorganisationen nimmt die Armut auf den Inseln derzeit so drastisch zu wie sonst nirgendwo in Spanien. Kein Wunder: Wegen der Einschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit brach das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 um 27 Prozent ein. Keine andere Region Spaniens erlitt einen derartigen Rückgang. Die Zahl der Touristen nahm um 87,4 Prozent oder zwölf Millionen ab. Nur 1,7 Millionen konnten begrüsst werden. Das katapultierte die Balearen zurück in die 1970er Jahre.

Daniela Büchner will den Kopf trotzdem nicht hängen lassen, zu «Bild» sagt sie: «Ich habe keine Ahnung, wie es in der Zukunft weitergehen wird, aber ich habe eines von Jens gelernt: Niemals aufgeben und das werde ich auch nicht. Und wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann wieder eine Faneteria.»

(L'essentiel/dpa/lea)

Deine Meinung