Nach Waringo-Report – Cahen erntet Kritik für Twitter-Blockierungen

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Nach Waringo-ReportCahen erntet Kritik für Twitter-Blockierungen

LUXEMBURG – Die Familienministerin sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem sie Oppositionspolitiker und Journalisten auf Twitter blockiert hat.

Familienministerin Corinne Cahen steht aktuell im Zentrum der Kritik.

Familienministerin Corinne Cahen steht aktuell im Zentrum der Kritik.

Eine Woche, nachdem sie wegen des Waringo-Berichts über die Bewältigung der Krise in den Altenheimen von allen Oppositionsparteien zum Rücktritt aufgefordert wurde, steht Familienministerin Corine Cahen (DP) erneut unter Beschuss. Der Grund: Cahen hat auf ihrem Twitter-Account offensichtlich mehrere Oppositionspolitiker und Journalisten blockiert.

«Es ist kindisch. Das zeugt von mangelndem Respekt vor den gewählten Vertretern», sagte Sven Clement, der ebenso wie sein Piratenkollege Marc Goergen von der Ministerin blockiert wurde. «Ich finde es besonders problematisch, dass sie gewählte Vertreter und Journalisten, die sie kontrollieren sollen, auf einem Kanal blockiert, den sie nutzt, um Ankündigungen zu machen», so der Abgeordnete weiter.

Kritik auch von der CSV

Die Abgeordneten hatten kritisiert, dass Cahen im Rahmen des Warringo-Berichts nicht auf die Kritik reagiert hatte, sondern es vorzog, «aus dem Plenarsaal wegzulaufen», wie Michel Wolter es ausdrückt. Der CSV-Politiker glaubt, dass der Schritt von Corinne Cahen «den Eindruck bestätigt, den das ganze Land letzte Woche hatte: Sie nimmt ihre Verantwortung nicht wahr, sie denkt, dass sie immer Recht hat und sie ist nicht die richtige Person, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen». Er glaubt, dass sie nun «politisch isoliert» sei.

DP-Fraktionsvorsitzender Gilles Baum gibt derweil an, kein Fan von Twitter zu sein und möchte dem Fall nicht zu viel Bedeutung beimessen. Er glaubt, dass die Opposition mit der harschen Kritik auf die «guten Umfragen für die Regierung» reagiert, da «85 Prozent der Bürger glauben, dass die Krise gut gemanagt wurde». Corinne Cahen war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(jg/L'essentiel)

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