Kein Gesetzesverstoß – Cannabis ist in Luxemburg legal erhältlich
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Kein GesetzesverstoßCannabis ist in Luxemburg legal erhältlich

LUXEMBURG – Ein Geschäft in der Hauptstadt darf Cannabis frei verkaufen. Die Ware riecht und schmeckt wie die illegale Droge – die Inhaltsstoffe weichen allerdings stark ab.

Die Inhaltssoffe des legalen Grases sind auf der Verpackung genau angegeben. (Foto: cannaliz.ch)

Die Inhaltssoffe des legalen Grases sind auf der Verpackung genau angegeben. (Foto: cannaliz.ch)

Seit einiger Zeit gibt es in Luxemburg-Stadt Cannabis frei zu kaufen. Auch wenn die Regierung des Großherzogtums die Droge noch nicht legalisiert hat, ist dieses Szenario in einem Head-Shop in der Hauptstadt zur Realität geworden. Die Erklärung dafür ist einfach: Das Cannabis, das der Laden anbietet ist nicht illegal, weil das Produkt viel weniger psychoaktive Inhaltsstoffe als herkömmliches «Gras» hat.

Im Gespräch mit dem luxemburgischen Radiosender Eldoradio erklärte der Drogenbeauftragte des Gesundheitsministerium Alain Origer die chemische Zusammensetzung der Cannabissorte aus der Schweiz – und warum sie in Luxemburg legal erhältlich ist. Der Drogenexperte beruft sich dabei auf die in der Pflanze enthaltene Menge an Tetrahydrocannabinol – kurz THC – und Cannabidiol (CBD).

Kein Thema für das Betäubungsmittelgesetz

«Das sind die Moleküle im Cannabis, die sich psychoaktiv auf den menschlichen Körper auswirken. Der THC-Wert des betreffenden Produktes liegt bei 0,2 Prozent, der des CBD bei 7,7 Prozent. Damit ist dieses Cannabis komplett legal und fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz», so Origer.

Das legale Gras hat keine berauschende Wirkung auf den Konsumenten, es soll beruhigend, entspannend und entzündungshemmend auf den Körper wirken. Allerdings sei der Tabak-Ersatz laut Origer gesundheitlich nicht unbedenklich, «da das Produkt geraucht wird. Dadurch entstehen auch gefährliche Schadstoffe».

«Weil das Schweizer Gras im Handel frei zu kaufen ist, ist auch der Konsum nicht illegal», erklärte ein Sprecher des Zolls gegenüber Eldoradio. Ob die Konsumenten high und damit nicht mehr fahrtauglich sind, könne mit einem Drogen-Schnelltest rasch ermittelt werden. Im Zweifelsfall werde das Kraut konfisziert und im Labor analysiert.

(sw/L'essentiel)

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