Zwischenbilanz – Cannes wird zum Skandal-Festival

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ZwischenbilanzCannes wird zum Skandal-Festival

Umstrittene Filme, ein Reporter unter Ferreras Ballkleid und halb Hollywood auf dem roten Teppich. So unterhaltsam war das Filmfestival schon lange nicht mehr.

Seit letztem Mittwoch sind die Augen der Filmwelt auf ein Städtchen an der Côte d'Azur gerichtet. Zeit, eine Zwischenbilanz zur Halbzeit des 67. Filmfestivals in Cannes zu ziehen.

Nicole Kidman hätte zur Eröffnung als «Grace of Monaco» als Königin der Filmwelt in Cannes einfahren sollen. Doch daraus wurde nichts. Der Film des Franzosen Olivier Dahan wurde gnadenlos verrissen, und auch die monegassische Fürstenfamilie blieb der glanzvollen Präsentation des Eröffnungsfilms am vergangenen Mittwoch fern. Sie warf den Machern Geschichtsfälschung vor.

Fotograf unter dem Rock

Für eine weiteren Skandal sorgte der Streifen «Welcome to New York» mit Gérard Depardieu, der die New Yorker Sexaffäre rund um Dominique Strauss-Kahn thematisiert. Strauss-Kahn, der ehemalige Chef des internationalen Währungsfonds, will nun gegen die Produzenten klagen. Der Streifen sei «Scheiße, Hundekacke», sagte Strauss-Kahns Anwalt im Radio. Das Drama kommt nicht auf den Markt, sondern ist nur im Internet als Video on Demand zugänglich.

Doch nicht nur die Filme sorgten für Schlagzeilen. Der ukrainische TV-Journalist Vitalii Sediuk schlich sich bei der Premiere von «How to Train Your Dragon 2» auf den roten Teppich und kroch America Ferrera frech unter die ausladende Abendrobe. Der Serienstar merkte erst gar nichts vom Übergriff, doch die entsetzten Gesichter von Cate Blanchett und Kit Harrington sind für immer auf Foto gebannt.

Und auch Julie Gayet ist zurück im Rampenlicht. Die Schauspielerin hielt Frankreich in den letzten Monaten mit ihrer Affäre mit dem französischen Präsidenten Hollande in Atem. Die 41-Jährige war zur Premiere des Biopics «Saint Laurent» erschienen.

(L'essentiel/cat)

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