Zukunft für Luftfahrt – Cargolux verlangt Erlaubnis für Nachtflüge
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Zukunft für LuftfahrtCargolux verlangt Erlaubnis für Nachtflüge

LUXEMBURG – Wie geht es mit der Luftfahrt in Luxemburg weiter? Das war Thema bei einem runden Tisch am Dienstag. Doch Entscheidungen dürften nicht vor Dezember fallen.

Starten und landen demnächst auch nachts Frachtflieger auf dem Findel? Das ist eine zentrale Forderung von Cargolux für die Zukunft. Doch entschieden ist nichts und das wird sich bis Dezember auch nicht ändern.

Denn eine Öffnung für Nachtflüge ist nur ein Teil einer möglichen neuen Strategie, die derzeit für Cargolux, Luxair und den Findel von Wirtschaftsberatern getrennt ausgearbeitet wird. Wie diese genau aussehen soll, wird erst Anfang Dezember bekannt, wenn die Unternehmen ihre Arbeiten abgeschlossen haben. Bis es soweit ist, sollen zunächst keine Entscheidungen über die Zukunft der Luftfahrt fallen.

Findel rutscht von Platz 5 auf 8 ab

Das ist ein Ergebnis des runden Tisches am Dienstag über die Situation bei Cargolux und im gesamten Luftfahrtsektor in Luxemburg. Bevor über eine Öffnung für Nachtflüge verhandelt werde, müssten konkrete Zahlen beweisen, dass nächtliche Starts und Landungen für den Standort Luxemburg Vorteile brächten, erklärte die Regierung nach Auskunft der Gewerkschaften LCGB und OGBL.

Die Probleme des Frachtsektors in Luxemburg sind offensichtlich und gehen aus den wenigen Zahlen hervor, die zwischen Regierung, Verantwortlichen von Flughafen und Fluggesellschaften sowie den Gewerkschaften ausgetauscht wurden. So wird über den Findel immer weniger Fracht transportiert: War Luxemburg 2010 noch der fünftgrößte Frachtflughafen in Europa, landete der Findel 2011 und damit nach dem Einstieg von Qatar Airways auf Rang acht. «Wir haben damit eine Bestätigung für den zunehmenden Abzug von Fracht vom Findel», meint Hubert Hollerich von der Gewerkschaft OGBL.

«Einsparungen, wo es geht»

Um den Flughafen wettbewerbsfähiger zu machen, verlangen die Verantwortlichen von Cargolux «Einsparungen, wo es geht». Die Gewerkschaften sind damit nicht einverstanden: «Um Cargolux zu retten, brauchen wir mehr als nur Sparmaßnahmen. Die Gesellschaft muss neue Aufträge an Land ziehen», meint Aloyse Kapweiler vom LCGB.

Die Diskussionen gehen aber auch bis Dezember weiter: Der nächste Termin ist schon am Freitag, wenn die Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag bei Cargolux beginnen. Diese Vereinbarung hatte Cargolux vor wenigen Wochen gekündigt. Bei Cargolux ist auch die Auslagerung eines Großteils der Wartung im Gespräch. Zu Jahresbeginn steht zudem eine Kapitalerhöhung an.

(sb/Pa.T./L'essentiel Online)

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