Cargo-Airline – Cargolux will 100 neue Piloten einstellen

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Cargo-AirlineCargolux will 100 neue Piloten einstellen

LUXEMBURG - Die Frist für einen neuen Kollektivvertrag bei Cargolux läuft heute Mitternacht aus. Davor lässt die Airline mit einer neuen Job-Offensive aufhorchen.

Cargolux will nächstes Jahr in Piloten und Material investieren.

Cargolux will nächstes Jahr in Piloten und Material investieren.

Editpress/Jean-Claude Ernst

Bis heute Mitternacht haben die Cargolux-Direktion und die Gewerkschaften noch Zeit, einen neuen Kollektivvertrag für die 1500 Mitarbeiter der Frachtfluggesellschaft auszuhandeln. Vor einer möglichen Einigung lässt der Verwaltungsrat mit einer vollmundigen Ankündigung aufhorchen: Die Luxemburger Cargo-Airline will «signifikant expandieren» und nächstes Jahr 120 neue Mitarbeiter in Luxemburg einstellen, darunter 100 Piloten.

Durch die Job-Offensive sollen die aktuelle Arbeitsbelastung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Crewmitglieder verbessert werden, teilt Cargolux in einem Communique mit. Die Entscheidung des Managements unterstreiche den Anspruch von Cargolux, als «echter Global Player» zu reüssieren. Von den geplanten Investitionen sollen alle Anteilseigner profitieren, so die Firma. Das Management sei zuversichtlich, dass vor diesem Hintergrund eine Einigung mit dem LCGB über den neuen Kollektivvertrag erzielt werden kann. Es seien nur mehr «sehr wenige» Punkte offen. Ob und wann am Montag mit einem Ergebnis zu rechnen ist, ist laut einer Sprecherin von Cargolux allerdings unklar.

Neue Boeing 747

Neben den Neueinstellungen will Cargolux auch seine bestehende Flotte bis Ende nächsten Jahres erweitern. Zwei Boeing 747-400BCF-Umbaufrachter werden ausgemustert und durch drei gebrauchte Boeing 747-400F ersetzt. Dadurch erhöht sich die Anzahl der Boeing-747-Maschinen im Cargolux-Hangar von 25 auf 26. Zudem verhandelt die Fluggesellschaft mit Boeing über die Anschaffung von fünf neuen Großraumflugzeugen des Modells 747-8F.

Die Verhandlungen um einen neuen Kollektivvertrag für die Beschäftigten der Frachtflugfirma ziehen sich bereits seit über einem Jahr. Während der OGBL zuletzt Zustimmung zu einer neuen Vereinbarung signalisierte, drohte der LCGB Ende Oktober sogar mit Streikmaßnahmen. Die christlich-soziale Gewerkschaft warf dem Management Sozialdumping vor, da Pilotenstellen zur Tochterfirma Cargolux Italia ausgelagert wurden.

(L'essentiel)

LCGB: Kein Geschenk, sondern Notwendigkeit

«Die Ankündigung von 107 neuen Piloten-Stellen ist kein Geschenk von Cargolux, sondern eine Notwendigkeit für das Unternehmen», sagt LCGB-Gewerkschaftssekretär Aloyse Kapweiler. Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, erinnert Kapweiler daran, das Cargolux derzeit mit 50 bis 60 Piloten zu wenig fliege. «Darüber hinaus kommt nächstes Jahr ein Flugzeug mehr in den Betrieb. Das allein erfordert bereits 25 Piloten mehr», so der Personalvertreter. Die anderen neuen Piloten würden laut Kapweiler in ein «Stand-by-System» aufgenommen, das als eine Art Reservepool dienen soll.

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