Mit 55 Jahren – Cartoonist Martin Perscheid ist gestorben
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Mit 55 JahrenCartoonist Martin Perscheid ist gestorben

Schwarzer Humor war sein Markenzeichen, Cartoons sein Leben. Nun ist der 55-jährige Deutsche nach einem Krebsleiden gestorben.

Der preisgekrönte Cartoonist Martin Perscheid ist tot. Perscheid starb am Samstag im Alter von 55 Jahren nach einem Krebsleiden, wie der Lappan-Verlag am Donnerstag bekanntgab. «Martin Perscheid wird uns sehr fehlen – ein leiser, feiner Mensch weniger Worte, der vor allem am Klavier und mit seinen Cartoons kommunizierte», hieß es in dem Nachruf. Der unter anderem für die Cartoonreihe «Perscheids Abgründe» bekannte Künstler starb in seinem Geburtsort Wesseling.

Sein erstes Buch veröffentlichte Perscheid 1995. Bekannt war er für allem für seinen schwarzen Humor. Für die laut Eigenbeschreibung «gnadenlose und gemeine» Reihe «Perscheids Abgründe», die in mehr als 50 Tageszeitungen und Zeitschriften erschien, schuf er laut Verlag über 4300 Cartoons. Im Jahr 2002 wurde er mit dem Max-und-Moritz-Preis für die beste deutschsprachige Cartoonserie ausgezeichnet.

« Einer der größten Deutschen Cartoonisten »

Perscheid überschritt zeichnend Grenzen, was den Betrachter lauthals und herzhaft lachen ließ, vielleicht sogar über sich selbst. Er zielte mal auf Dicke, mal auf Dünne, widmete sich gerne auch Frauen- und Männerklischees. Manchmal waren seine Cartoons zotig, manchmal bitterböse, vielleicht für viele nicht leicht verdaubar, aber oft komisch. Jetzt ist der Künstler im Alter von 55 Jahren gestorben.

«Martin Perscheids Humor war nicht erfrischend, er war schwarz. Er wollte mit seinen Cartoons nicht nur spielen, sondern zubeißen. Dort, wo es wehtut und wo andere sich lieber wegducken, weil es kaum auszuhalten ist», brachte es die Programmleiterin des Oldenburger Lappan Verlages, Antje Haubner, am Donnerstag auf den Punkt. «Wir trauern um einen der größten deutschen Cartoonisten und um einen lieben Freund. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.»

Der begnadete Cartoonist lebte und arbeitete bis zu seinem Tod in Wesseling bei Köln. Die Kolleginnen und Kollegen bei Lappan im Carlsen Verlag nahmen in einem Nachruf mit bewegenden Worten Abschied von ihrem Cartoonisten: «Seine Furchtlosigkeit vor Blicken in menschliche Abgründe des Sexismus, Rassismus, der Ignoranz, Korruption und Dummheit und wie er all das mit beißendem Spott und rabenschwarzem Humor in Cartoons einfing, war einzigartig.»

(L'essentiel/dpa/fos)

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