Gefälschte Interviews – CBD-Händler fakte Werbung mit Clint Eastwood

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Gefälschte InterviewsCBD-Händler fakte Werbung mit Clint Eastwood

Ein Gericht hat Eastwood wegen unerlaubter Werbung, die ein litauischer CBD-Verkäufer mit ihm betrieb, sechs Millionen Dollar zugesprochen.

Clint Eastwood wurde Opfer einer gefakten Werbekampagne für CBD-Produkte.

Clint Eastwood wurde Opfer einer gefakten Werbekampagne für CBD-Produkte.

DPA/Peter Foley

Die Vorstellung ist bizarr: der knallharte Ermittler Dirty Harry, in der Filmreihe dargestellt von Clint Eastwood, der für CBD-Gras wirbt. Doch genau das hat eine litauische Firma namens Mediatonas UAB getan – natürlich ohne den Hollywood-Superstar Clint Eastwood (91) um Erlaubnis zu fragen. In gefakten Interviews, die auf diversen Websites als Werbung erschienen, soll Eastwood die heilende Wirkung des Hanfs angepriesen haben. Angeblich habe er seine Filmkarriere beendet, um sich fortan dem Vertrieb von cannabidiolhaltigen Produkten zu widmen: Diese Aufgabe ermögliche es ihm, «etwas Größeres als Filme» zu schaffen, auch wenn die Entscheidung dafür «sehr, sehr schwierig» gewesen sei.

In die Werbung, die ein Bild Eastwoods aus seinem Auftritt in der «Today»-Show auf NBC enthielt, wurden auch falsche Testimonials anderer Prominenter wie «Back to the Future»-Star Michael J. Fox oder Country-Sänger Garth Brooks integriert.

6,1 Millionen Dollar Schadenersatz

Als Eastwoods Umfeld auf die imageschädliche Fake-Kampagne aufmerksam wurde, fackelte der Haudegen nicht lange und drohte dem baltischen Unternehmen mit einer Klage. Als Mediatonas nicht reagierte, zerrte Eastwood die Firma vor Gericht. «Mein Mandant wird nicht tatenlos zusehen, wie die Angeklagten seinen guten Namen benutzen, um Kunden zum Kauf von Produkten zu verleiten, mit denen er nichts zu tun hat», hatte Eastwoods Anwalt Nolan Heimann gegenüber dem Magazin «Deadline» angegeben.

Nun bekam Eastwood recht: Das Unternehmen wurde dazu verurteilt, ihm 6,1 Millionen Dollar Schadenersatz sowie 95.000 Dollar Anwaltskosten auszulegen. Ob diese Summe allerdings jemals bezahlt wird, ist mehr als fraglich: Das Unternehmen Mediatonas ist laut litauischen Medien in Liquidation und nicht mehr geschäftlich tätig. Zudem müsste ein litauisches Gericht die Ansprüche als rechtlich bindend werten.

(L'essentiel/trx)

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