Zerstörung der CDU – CDU macht bei Youtube-Antwort einen Rückzieher

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Zerstörung der CDUCDU macht bei Youtube-Antwort einen Rückzieher

Fast fünf Millionen Zuschauer hatte das Video, in dem Youtuber Rezo die CDU kritisiert bereits. Die geplante Video-Antwort der Partei wurde nun kurzfristig abgesagt.

Am vergangenen Samstag veröffentlichte der deutsche Youtuber «Rezo ja lol ey» ein 55-minütiges Video mit dem Titel «Die Zerstörung der CDU.». Er äußert darin harsche Kritik an der Regierungspartei im Bezug auf die Schere zwischen Arm und Reich, der Klimapolitik und der Außenpolitik, welche er mit einer angehängten Quellensammlung belegt.

Mittlerweile (Stand 23.5, 9 Uhr) wurde der Clip, der sich für die Plattform ungewöhnlich detailliert mit politischen Problemen in Deutschland beschäftigt, fast fünf Millionen mal geklickt und hat damit nicht nur die Aufmerksamkeit der jungen Wähler, sondern auch der deutschen Medien geweckt.

Die ursprünglich für Mittwoch geplante Video-Antwort der CDU wurde am Donnerstag abgesagt. Der Clip mit dem jüngsten CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor (26) ist laut Spiegel und Bild-Zeitung bereits abgedreht. Man habe sich aber gegen die Veröffentlichung entschieden. Gründe hierfür wurden nicht mitgeteilt.

Politiker der Partei hatten zuvor in kurzen Interviews bereits Stellung bezogen. CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer kommentierte in einem ZDF-Interview mit der Frage, ob man auch noch für die sieben biblischen Plagen verantwortlich sei.

Marian Bracht, Mitglied des Bundesvorstands der Jungen Union, warf dem Clip in einem Facebook-Post «unsaubere Recherche, einseitige Darstellung und viel Clickbaiting» vor. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak kritisierte das Video als eine «Vermischung von ganz vielen Pseudofakten»und verstehe nicht, wieso junge Menschen sich auf Youtube über Politik informieren «und nicht auf bekannten Medienportalen».

Im Netz regt sich seit der Veröffentlichung des Videos und aufgrund der ausbleibenden Reaktion auf die Kritikpunkte von offizieller Seite zunehmend deutlicher Widerstand. Auf Twitter ist das Thema seit Tagen in den Trends und erhitzt die Gemüter.


(dm/L'essentiel)

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