Transport in Luxemburg – CFL-Chef: «Das Schlimmste steht uns noch bevor»

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Transport in LuxemburgCFL-Chef: «Das Schlimmste steht uns noch bevor»

LUXEMBURG – Dem Schienenverkehr im Großherzogtum stehen große Veränderungen bevor. CFL-Chef Marc Wengler im Interview über Investitionen, Probleme und Chancen.

Marc Wengler sagt, die Investitionen werden sich auszahlen.

Marc Wengler sagt, die Investitionen werden sich auszahlen.

L'essentiel/Maurice Magar

L'essentiel: Herr Wengler, bis 2026 sind Rekordinvestitionen geplant. Wird die Situation für die Reisenden in absehbarer Zeit besser?

Marc Wengler: Die Arbeiten sind notwendig, weil das Schienennetz in Luxemburg total überlastet ist. Schon die kleinste Störung verursacht Probleme auf allen Linien. Ziel ist es, sie unabhängig voneinander zu machen. Die neuen Bahnsteige am hauptstädtischen Bahnhof spielen dabei eine entscheidende Rolle. Alle Linien laufen in der Hauptstadt zusammen. Die Arbeiten werden 2024 abgeschlossen sein, das wird ein enormer qualitativer Sprung nach vorne sein. Was aber auch klar ist: Bis es so weit ist, steht das Schlimmste noch bevor, vor allem bei den Verbindungsarbeiten. Da müssen die Reisenden sehr viel Geduld mitbringen.

Das Land schafft neue Arbeitsplätze und der Verkehr wird kostenlos. Sind Sie bereit?

Wir berücksichtigen diese Entwicklung. Wenn wir mit den Arbeiten fertig sind, dürften wir die kommenden zehn Jahre erst einmal Ruhe haben. Wir haben die Möglichkeit, schnell zu reagieren, falls es notwendig wird. Bis 2024 wollen wir eine Pünktlichkeitsrate von 92 Prozent erreichen.

Wird dieses Versprechen mit dem neuen Netz wirklich eingehalten werden können?

Ja, denn wir werden alle alten Züge aus dem Verkehr ziehen. Dadurch werden wir die Zahl der Reisenden um 46 Prozent steigern, das ist enorm.

Und den Reisenden wollen Sie mit Ihrem Personal auch besser zur Seite stehen...

Mit Einführung des kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs gibt es mehr Personal, dass Reisenden auf den Bahnsteigen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Die Leute wollen keine Geisterzüge oder -bahnhöfe.

(Maurice Magar/L'essentiel)

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