Hilfe aus Europa – China will Tesla-Konkurrenten fertigen
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Hilfe aus EuropaChina will Tesla-Konkurrenten fertigen

Bis ins Jahr 2020 will China mit einem eigenen selbstfahrenden Elektroauto den Markt aufmischen. Für das Projekt wurden ein ehemaliger BMW-Manager und sein Team abgeworben.

Beim Hype um die selbstfahrenden Autos will auch China mit dabei sein. Das Ziel: bis ins Jahr 2020 mit einem autonom fahrenden Auto den Markt aufzumischen. Für die Umsetzung dieser Pläne vertraut das Automobil-Joint-Venture Future Mobility auf die Expertise des früheren BMW-Managers Carsten Breitfeld. Die Chinesen haben ihn Anfang Jahr in München abgeworben.

Ziel sei es, gleich in die Maßenproduktion einzusteigen, sagte Breitfeld am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Damit hebt sich Future Mobility von Tesla ab. Der US-Konzern dominiert bislang den Markt, wenn auch nur mit wenigen Modellen in begrenzter Stückzahl.

400.000 Autos jährlich

«Uns schwebt von Anfang an Maßenproduktion und mehr als ein Modell vor – eine Familie von Modellen», sagte Breitfeld, der bei BMW zuletzt das Elektroautoteam leitete und seine engsten Mitarbeiter mit nach China nahm. Zu seinem neuen Team gehören auch frühere Mitarbeiter von Tesla selbst, dem Google-Mutterkonzern Alphabet und Mercedes. Hinter Future Mobility stehen unter anderem der chinesische Technologiekonzern Tencent sowie der Apple-Zulieferer Hon Hai Precision Industries.

Breitfeld sprach von 250.000 bis 400.000 Fahrzeugen jährlich. Das ist deutlich mehr als Tesla, der sich im zweiten Halbjahr die Fertigung und Auslieferung von rund 50.000 Autos zum Ziel gesetzt hat. Zuletzt wuchsen die Zweifel, ob Tesla es schnell und reibungslos schafft, die stetig wachsende Nachfrage zu befriedigen.

Autonomes Fahren gehört zu den großen Entwicklungsprojekten namhafter Autobauer. Breitfelds früherer Arbeitgeber BMW gab deshalb seiner mit Milliardenaufwand gestarteten Elektroauto-Tochter BMW i zuletzt eine neue Richtung. Der Erfolg dürfte sich jedoch aufgrund der Frage der Sicherheit entscheiden.

Tesla rollt weiter mit dem Autopiloten

Zuletzt hatte der erste tödliche Unfall mit dem Tesla-Autopiloten für Unruhe in der Branche und viele Negativschlagzeilen gesorgt. Der Hersteller Tesla hat allerdings keine Pläne, seinen Assistenten Autopilot nach einem ersten tödlichen Unfall abzuschalten. Den Fahrern solle in einem Blogeintrag aber besser erklärt werden, wie es funktioniere und wie sie sich dabei verhalten sollten, sagte Firmenchef Elon Musk dem «Wall Street Journal». «Viele Leute verstehen nicht, was es ist und wie man es einschaltet.» Tesla habe das System so schnell wie möglich auf den Markt bringen wollen, «weil wir wussten, dass es unterm Strich Leben retten wird», erklärte der Tech-Milliardär.

Die US-Verkehrsbehörde forderte bei Tesla eine Vielzahl von Informationen zum Autopilot-Assistenten an. Sie will eine Beschreibung des Systems, Daten zu Modifikationen, Testergebnisse und alle Beschwerden und Berichte zu Unfällen. Beim tödlichen Unfall war ein Tesla mit eingeschaltetem Autopilot-System unter einen Lastwagen-Anhänger gerast. Die Software hatte die weiße Seite des Anhängers für ein hochhängendes Autobahn-Schild gehalten. (sas/sda)

(L'essentiel)

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