4,5 Prozent Wachstum: Chinas Wirtschaft startet mit Schwung neu

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4,5 Prozent Wachstum Chinas Wirtschaft startet mit Schwung neu

Nach dem Ende der Null-Covid-Politik erholt sich Chinas Wirtschaft schneller als vorhergesagt. Doch schlechte heimische Nachfrage und globale Unsicherheiten setzen Fragezeichen hinter den Aufschwung.

ARCHIV - 07.09.2020, China, Lianyungang: Die Luftaufnahme zeigt ein RoRo-Schiff, das an einem Liegeplatz des Hafens von Lianyungang in der ostchinesischen Provinz Jiangsu bereitliegt und mit in China hergestellten Autos für den Export beladen werden soll. Lange wurde China für die Qualität seiner Autos belächelt. Doch das ändert sich rasant. Schon bald dürften die Chinesen die Autonationen Japan und Deutschland beim Export hinter sich lassen. (zu dpa «Autos «Made in China» werden zum Exportschlager») Foto: Geng Yuhe/Xinhua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

China holt global beim Auto-Export auf.

Geng Yuhe/Xinhua/dpa

Chinas Wirtschaft hat sich überraschend stark erholt: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wuchs im ersten Quartal um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – so schnell wie seit einem Jahr nicht mehr. Der Sprecher des Statistikamtes, Fu Linghui, sprach am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Peking von einem «guten Start». Doch hob er das weiter «schwierige und wechselhafte internationale Umfeld» sowie die unzureichende heimische Nachfrage hervor: «Die Grundlagen für die Erholung sind noch nicht stabil.»

Nach dem Ende der strengen Null-Covid-Strategie Anfang Dezember und der Corona-Infektionswelle zum Jahreswechsel war das Wachstum in den ersten drei Monaten deutlich schneller als im letzten Quartal 2022, als nur 2,9 Prozent erreicht wurden. Es ist aber noch etwas langsamer als die Vorgabe der Regierung mit «rund fünf Prozent» für das laufende Jahr. Wegen der Belastungen durch wiederkehrende Lockdowns, Zwangsquarantäne und Störungen der Lieferketten war Chinas Wirtschaft im vergangenen Jahr nur um drei Prozent gewachsen.

Doch nach der Aufhebung der Covid-19-Beschränkungen füllen sich die Einkaufszentren und Restaurants wieder. Der Alltag ist weitgehend zurückgekehrt. Die Wirtschaftsplaner hoffen jetzt vor allem darauf, dass die Verbraucher wieder mehr Geld ausgeben. Die Einzelhandelsumsätze stiegen im ersten Quartal um 5,8 Prozent, nachdem sie im vergangenen Jahr um 0,2 Prozent zurückgegangen waren. Im März legten die Einzelhandelsumsätze stärker als erwartet um 10,6 Prozent zu.

Mieses Stimmungsbild in Führungsetagen

Die Erholung ist allerdings auch aus Sicht der Zentralbank noch nicht ausreichend gesichert, so dass über mögliche Konjunkturmaßnahmen spekuliert wird. «Die Wirtschaft zeigt einen Trend des Aufschwungs und der Verbesserung, aber die Grundlagen der Erholung sind noch nicht solide», hatte es am Freitag – ähnlich wie jetzt beim Statistikamt – von Seiten der Notenbank geheißen. Es werde «ein angemessenes Kreditwachstum mit einem stabilen Tempo beibehalten». Auch solle der private Konsum gefördert und ausreichend Liquidität gesichert werden.

Wichtige konjunkturelle Frühindikatoren versprühten auch keinen Optimismus. So verschlechterte sich die Stimmung in den Chefetagen des herstellenden Gewerbes im März. Der Einkaufsmanagerindex des Wirtschaftsmagazins «Caixin» fiel von 51,6 auf 50 Punkte. Ein Wert unter der 50-Zähler-Marke deutet auf Kontraktion der industriellen Tätigkeit hin. Auch der offizielle Index, der stärker große und staatliche Unternehmen betrachtet, fiel um 0,7 auf 51,9 Punkte. Die Industrieproduktion legte im ersten Quartal auch nur um drei Prozent zu. Im März lag der Anstieg mit 3,9 Prozent unter den Erwartungen.

Das Wirtschaftswachstum wurde möglicherweise auch durch den unerwartet starken Zuwachs der Exporte im März angekurbelt. Der Wert der chinesischen Ausfuhren schnellte um 14,1 Prozent in die Höhe. Es war der erste Zuwachs seit fünf Monaten. Der Anstieg wurde durch die Beseitigung der Lieferkettenprobleme nach der Covid-Welle und durch Nachholeffekte erklärt. Experten weisen allerdings auf die nach wie vor relativ schwache globale Nachfrage nach Produkten «Made in China» hin, die die Aussichten für Chinas Exportmaschinerie verdunkelt.

(DPA)

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