Unglaubliche Geschichte – Chinesin will im 17. Monat schwanger sein

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Unglaubliche GeschichteChinesin will im 17. Monat schwanger sein

Eine Schwangerschaft dauert im Durchschnitt neuneinhalb Monate. Doch Wang Shi ist angeblich fast doppelt so lange schwanger: 17 Monate.

Ihr Kind hätte bereits vor acht Monaten auf die Welt kommen sollen, doch Wang Shi aus China ist laut eigenen Angaben noch immer schwanger. 3,8 Kilogramm soll das Baby bereits wiegen. Das berichten verschiedene Medien, darunter auch der britische Mirror.

Laut dem Blatt hat die Empfängnis im Februar 2015 stattgefunden. Wenn man davon ausgeht, hätte Shi bereits im November 2015 ihr Baby zur Welt bringen sollen.

Viel Aufwand für nichts

Doch als sie am errechneten Geburtstermin im Krankenhaus erschien, habe man sie mit der Begründung wieder nach Hause geschickt, dass sie unter einer Placenta praevia, einer fehlentwickelten Plazenta, leide (siehe Box). Deshalb könne sie noch nicht entbinden, so die Ärzte.

Seitdem gehen die Chinesin und ihr Mann offenbar einmal pro Woche ins Krankenhaus, in der Hoffnung, endlich gebären zu können, wie der Mirror sie zitiert. Umgerechnet 1456 Euro hätten die Besuche sie bisher gekostet.

Viele offene Fragen

Zwar soll sich Shi bester Gesundheit erfreuen, doch die mehr als 25 Kilogramm, die sie seither zugenommen hat, sowie das Stigma, das ihr wegen der ausbleibenden Geburt anhaftet, ließen sie langsam ungeduldig werden. Deshalb hat sie sich laut den Medienberichten vorgenommen, noch vor dem 18. Schwangerschaftsmonat einen Kaiserschnitt durchführen zu lassen.

Ob die Geschichte tatsächlich stimmt, ist unklar. Schließlich basieren alle zu diesem Thema veröffentlichten Artikel auf Aussagen der Chinesin. Ihre Ärzte kommen hingegen nicht zu Wort.

«Aus medizinischer Sicht nicht möglich»

Olav Lapaire, stellvertretender Chefarzt Geburtshilfe und Schwangerschaftsmedizin am UniversitätsKrankenhaus Basel, ist skeptisch: «Aus medizinischer Sicht ist dies nicht möglich, da die Plazenta im Verlauf der Schwangerschaft altert und ihre Funktion einbüsst.»

Zudem sei das Kind mit seinen angeblichen 3,8 Kilogramm für den 17. Monat nicht sehr groß, so der Experte: «Würde man den Wachstumsverlauf verfolgen, wäre das Kind in der 40. Schwangerschaftswoche (Anmerkung: also zum errechneten Termin) extrem klein gewesen, was zu einer schlechten plazentaren Funktion passen würde.» In diesem Fall hätte die Plazenta nicht noch weitere Monate funktionieren können.

Sollten die Schilderungen Shis dennoch wahr sein, würde die Chinesin damit den Weltrekord der längsten Schwangerschaft beim Menschen knacken – der liegt angeblich bei zwölf Monaten und 10 Tagen.

(L'essentiel)

Placenta praevia

Die Diagnose Placenta praevia bedeutet, dass sich die Plazenta in der Nähe des Gebärmutterhalses, beziehungsweise vor dem Muttermund befindet und damit den Geburtskanal ganz oder teilweise überdeckt. Dabei sind alle Schweregrade möglich - von einer nur tiefliegenden Plazenta, die normalerweise problemlos ist, bis hin zur vorliegenden Plazenta, die den inneren Muttermund komplett bedeckt und einen Kaiserschnitt erfordert. Die Fehlentwicklung kommt bei rund 1 von 200 Schwangeren vor.

Wie gefährlich eine Placenta praevia ist, hängt davon ab, wie weit die Plazenta den Gebärmutterhals verdeckt. Je mehr Gewebe den Gebärmutterhals blockiert, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Blutung vor oder während der Geburt. Diese Blutungen können dann für die Mutter sehr gefährlich werden, wenn nicht sofort ein Kaiserschnitt erfolgt. Das Risiko für das Baby ist dagegen gering, außer wenn die Mutter extrem viel Blut verliert oder das Baby sehr frühzeitig geholt werden muss. (Bild: Wikimedia Commons/OpenStax College/CC BY 3.0)

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